„Die Türen zur Politik sind ihm aus meiner Sicht nicht verschlossen“, sagte Merkel den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitag). Sie bleibe dabei, „dass er weiter ein guter Minister hätte sein können“. Dennoch reißt die Kritik aus der Schwesterpartei CSU wegen mangelnder Solidarität mit Guttenberg nicht ab.Die Kanzlerin wies Vorwürfe vor allem aus Wissenschaft und Opposition zurück, dass sie in der Affäre Fehler gemacht hat.„Ich habe abgewogen zwischen Fehlern und Leistungen, und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Karl-Theodor zu Guttenberg, der ein hochbegabter Politiker ist, sich als Verteidigungsminister bewährt hatte“, sagte Merkel. Sie war auch aus den eigenen Reihen kritisiert worden, weil sie Ministeramt und Fehler in der Doktorarbeit getrennt hatte.Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) warnte vor einer Comeback-Debatte. Es dürfe nicht so weit kommen, Guttenberg durch Rückkehr-Spekulationen in den „nächsten Hexenkessel hinein zu treiben“, sagte der CSU-Vize der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er sei dafür, den Ex-Verteidigungsminister „jetzt erst einmal in Ruhe zu lassen“. Es würde ihn aber freuen, ihn wieder auf der politischen Bühne zu erleben. Guttenberg hinterlasse eine „sehr große Lücke“, die aus seiner Sicht aber geschlossen werde.Altbundespräsident Roman Herzog hält eine Rückkehr Guttenbergs in die Politik für wahrscheinlich. „Das könnte sehr gut sein“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Fans von Guttenberg riefen im Internet zu Demonstrationen für diesen Samstag auf.Immer mehr CSU-Politiker werfen der CDU mangelnde Unterstützung von Guttenberg vor. Der frühere CSU-Generalsekretär Thomas Goppel sagte der „Rheinischen Post“, es sei schäbig, sich auf Kosten eines politischen Freundes profilieren zu wollen. Die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier – die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß – warf der CDU in der Zeitung vor, sie säe Misstrauen in der Union.dpa