Sonntag, 27. Januar 2019

Merkel: Holocaust-Gedenktag ist Mahnung gegen Rassenwahn und Hass

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat anlässlich des Holocaust-Gedenktags einen entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus gefordert.

Angela Merkel hat eine Rede zum Tag des Gedenkens gehalten. - Foto: Screenshot
Angela Merkel hat eine Rede zum Tag des Gedenkens gehalten. - Foto: Screenshot

„Dieser Tag lässt uns daran erinnern, was Rassenwahn, Hass und Menschenfeindlichkeit anrichten können“, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. Jeder Einzelne habe die Aufgabe, „auch Verantwortung dafür zu tragen, dass wir null Toleranz gegen Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit, Hass und Rassenwahn zeigen“. „Und das ist leider in unserer heutigen Zeit wieder von großer Dringlichkeit.“

Maas wies in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“ darauf hin, dass der Zeitpunkt näher rücke, an dem Zeitzeugen nicht mehr vom NS-Unrecht berichten könnten. „Unsere Gedenkkultur muss sich daran anpassen. (...) Was wir jetzt brauchen, sind neue Ansätze, um historische Erfahrungen für die Gegenwart zu nutzen. Unsere Geschichte muss von einem Erinnerungs- noch stärker zu einem Erkenntnisprojekt werden.“

6 Millionen europäische Juden ermordet

Am Holocaust-Gedenktag am 27. Januar wird der 6 Millionen ermordeten europäischen Juden und aller anderen Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Am 27. Januar 1945 hatten sowjetische Soldaten die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz befreit. Das Lager steht symbolhaft für die NS-Verbrechen. Auch der Bundestag erinnert jährlich in einer Gedenkstunde an die Opfer, dieses Jahr am kommenden Donnerstag. In den Stadien der Fußball-Bundesligavereine wurde am Wochenende ebenfalls an die Auschwitz-Befreiung erinnert.

Die Kanzlerin beklagte, Antisemitismus und menschenfeindliche Hetze seien leider auch heute noch Teil unserer Gesellschaft. Sie verwies auf das 2018 geschaffene Amt des Beauftragten der Bundesregierung für den Kampf gegen Antisemitismus und auf die geplante bundesweite Meldestelle für judenfeindliche Übergriffe. „Denn wir sehen heute sehr verschiedene Formen des Antisemitismus: Einmal der Hass auf Juden durch die hiesige Bevölkerung, aber auch durch zugewanderte muslimische Menschen, die diesen Hass auf ganz andere Weise noch einmal zum Ausdruck bringen.“

dpa

stol