Samstag, 01. Dezember 2018

Merkel und Putin vereinbaren diplomatische Beratungen zu Ukraine

Die deutsche Bundeskanzlerin traf am Rande des G-20-Gipfels auf den russischen Staatschef. Es sollen diplomatische Beratungen zu der Ukraine-Krise folgen.

Diplomatische Beratungen sollen ein erneutes Auflammen der Ukraine-Krise verhindern.
Diplomatische Beratungen sollen ein erneutes Auflammen der Ukraine-Krise verhindern. - Foto: © APA/AP

Die Gespräche sollten auf Ebene der Regierungsberater aus Russland, der Ukraine, Deutschland und Frankreich geführt werden, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert nach einem Treffen von Merkel und Putin am Samstag in Buenos Aires.

Die Kanzlerin habe dem Präsidenten dabei erneut ihre Sorge über die Zuspitzung des Konflikts deutlich gemacht. Putin ließ über seinen Sprecher erklären, er habe der Merkel bei dem Treffen am Rande des G-20-Gipfels die Umstände der Konfrontation mit der Ukraine im Schwarzen Meer „ausgiebig und im Detail erklärt“. Dies habe er zuvor schon bei seinem bilateralen Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron so gemacht.

Nach Seiberts Angaben setzte sich Merkel gegenüber Putin besonders für die Freiheit des Schiffsverkehrs ins Asowsche Meer ein. Die Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine hatte sich am Wochenende zuvor an der Straße von Kertsch ereignet. Diese strategisch wichtige Meerenge verbindet das Schwarze und das Asowsche Meer. Sie ist ein Nadelöhr für die Schifffahrt.
Die russische Küstenwache hatte dort drei ukrainische Marineschiffe beschossen und aufgebracht. Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden verletzt, 24 Besatzungsmitglieder festgenommen und nach Moskau gebracht.

Russland und die Ukraine schieben sich gegenseitig die Schuld für die jüngste Konfrontation zu. Die Ukraine verhängte das Kriegsrecht, es soll 30 Tage gelten.
Die Konfrontation löste international Sorge vor einem erneuten Aufflammen des seit 2014 andauernden militärischen Konfliktes zwischen der Ukraine und Russland aus. Durch die Vermittlung Deutschlands und Frankreichs im Normandie-Format unter Beteiligung der ukrainischen und russischen Seite war es gelungen, 2015 das Abkommen von Minsk zu schließen, das den Konflikt eindämmte, gegen das allerdings immer wieder verstoßen wird. In diesem Vierer-Format sollen laut Seibert auch die Gespräche auf Beraterebene zur jüngsten Konfrontation auf See fortgesetzt werden.

apa/afp

stol