Samstag, 31. August 2019

Merkel will den Amazonas schützen

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einem Telefonat mit Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ihre Bereitschaft betont, beim Schutz des Amazonasgebiets mit Brasilien zusammenzuarbeiten. Wie ein Regierungssprecher in Berlin mitteilte, ging es bei dem Telefonat auch um die derzeitigen Brände im Amazonasgebiet und die Lage in Venezuela. Weitere Angaben zu dem Gespräch machte er nicht.

Die deutsche Kanzlerin telefonierte mit Brasiliens Präsident Bolsonaro. - Foto: APA (dpa)
Die deutsche Kanzlerin telefonierte mit Brasiliens Präsident Bolsonaro. - Foto: APA (dpa)

Es habe ein produktives Gespräch über die Brände gegeben, twitterte Bolsonaro am Freitag. Merkel habe dabei bestätigt, dass Brasilien über seinen Regenwald die Hoheit habe. Bolsonaro hatte zuvor Kritik der deutschen Bundesregierung an seiner Umweltpolitik zurückgewiesen und Deutschland aufgefordert, seine eigenen Wälder wieder aufzuforsten.

Der ultrarechte Staatschef verbat sich Ratschläge nicht nur aus Deutschland, sondern aus ganz Europa. Dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der die verheerenden Brände als internationale Krise bezeichnet hatte, hatte er Kolonialgehabe vorgeworfen.

Brasiliens Regierung schränkte indes ein gerade erst erlassenes Verbot des Abbrennens von Waldflächen ein. Ausgenommen von dem Verbot sind nun für die Ernte notwendige und genehmigte Brände außerhalb der neun Bundesstaaten des Amazonasgebiets. Das geht aus Änderungen des ursprünglichen Dekrets hervor, die am Freitag (Ortszeit) im Amtsblatt veröffentlicht wurden.

Angesichts der verheerenden Waldbrände hatte die Regierung am Mittwoch das Abbrennen von Flächen während der Trockenzeit im ganzen Land verboten. Für einen Zeitraum von 60 Tagen dürfen demnach keine Feuer mehr gelegt werden, um beispielsweise Weide- und Ackerflächen auf gerodeten Flächen zu erschließen. Ausnahmen galten für indigene Gemeinden, die Ackerbau zur Selbstversorgung betreiben, und für Brände, die von den zuständigen Umweltbehörden zwecks Brandverhütung, Brandbekämpfung oder Pflanzengesundheit genehmigt wurden.

Bolsonaro hat seit seinem Amtsantritt zu Jahresbeginn eine Reihe von Maßnahmen veranlasst, die das Vordringen der in Brasilien sehr mächtigen Agrarwirtschaft in das wald- und artenreiche Amazonasgebiet erlauben. Außerdem weist Bolsonaros Regierung Warnungen vor dem menschengemachten Klimawandel zurück. Brasilien spielt wegen seiner riesigen Waldgebiete eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Erderwärmung.

apa/ag.

stol