Dienstag, 27. November 2018

Mexiko fordert Untersuchung zu Tränengaseinsatz an US-Grenze

Nach dem Einsatz von Tränengas durch US-Beamte gegen mittelamerikanische Migranten an der Grenze fordert Mexiko jetzt von den USA Aufklärung.

Das Vorgehen der amerikanischen Sicherheitsbehörden wird kritisiert. - Foto: APA (AFP)
Das Vorgehen der amerikanischen Sicherheitsbehörden wird kritisiert. - Foto: APA (AFP)

Es werde erwartet, dass die USA den Einsatz von „nicht tödlichen Waffen” in Richtung Mexiko gründlich untersuche, betonte das mexikanische Außenministerium in einer entsprechenden diplomatischen Note an die US-Botschaft in Mexiko-Stadt am Montag (Ortszeit).

Der lateinamerikanische Staat bekräftigte zudem sein Engagement, die Menschenrechte und die Sicherheit der Migranten jederzeit zu schützen, wie es der Erklärung des Ministeriums hieß. US-Präsident Donald Trump verteidigte indes das harte Vorgehen der amerikanischen Sicherheitsbehörden.

Man werde keinerlei Angriffe auf Grenzschutzbeamte dulden und auch keine Versuche tolerieren, Regierungseigentum zu zerstören, sagte Trump am Montagabend bei einer Wahlkampfveranstaltung in Tupelo im US-Staat Mississippi. Frühere US-Regierungen hätten die Grenzen anderer Länder verteidigt, aber nicht die eigenen. Das sei nun anders. „Wir senden eine deutliche Botschaft an die Karawane und die Eindringlinge: „Dreht um, geht nach Hause zurück”.”

Am Sonntag war es an einem Grenzübergang zwischen den USA und Mexiko zu heftigen Szenen gekommen. Hunderte Migranten zogen in Tijuana an die Grenzposten San Ysidro und El Chaparral. Die mexikanische Polizei versuchte vergeblich, sie zu stoppen. Rund 50 Migranten kletterten auf einen Blechwall, der noch auf mexikanischem Gebiet vor der US-Grenzmauer steht. US-Sicherheitskräfte schossen Tränengas auf die mexikanische Seite. Die amerikanischen Behörden schlossen den Übergang für mehrere Stunden.

Trump verteidigte auch den Einsatz von Tränengas durch die Grenzschützer. „Sie mussten es einsetzen, weil sie von einigen sehr toughen Leuten bedrängt wurden, und sie haben Tränengas eingesetzt. Und hier ist der Punkt: Niemand kommt in unser Land, es sei denn, sie kommen auf legale Weise rein”, sagte Trump am Nachmittag vor Journalisten. Eine Reporterin hatte ihn gefragt, ob ihm wohl dabei sei, dass Tränengas gegen Kinder eingesetzt werde. Auf Bildern war zu sehen, wie Frauen mit kleinen Kindern vor dem Gas wegrannten.

Trump stellte später die Motive der Menschen in Frage. „Warum läuft ein Elternteil in eine Gegend, von der sie wissen, dass sich dort Tränengas bildet (...), und sie laufen dorthin mit einem Kind?”, erklärte er am Abend. Er behauptete zudem, dass es sich bei manchen der Menschen nicht um die Eltern der Kinder handle - lieferte dafür aber keine Beweise. „In manchen Fällen sind sie nicht die Eltern”, erklärte er. „Sie packen ein Kind, weil sie glauben, einen bestimmten Status zu haben, wenn sie ein Kind haben.”

apa/dpa

stol