Die staatliche Nachrichtenagentur EFE berichtete zudem, dass viele Migranten über den Grenzzaun geklettert seien. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Erst in der vergangenen Woche waren nach Angaben der Regionalbehörden mehr als 1.500 Migranten schwimmend nach Ceuta gekommen.<BR /><BR />Hintergrund des sprunghaften Anstiegs ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens von Anfang des Monats. Demnach dürfen Migranten, die auf dem Seeweg nach Ceuta oder in die andere spanische Nordafrika-Enklave Melilla abgefangen werden, nicht umgehend wieder zurückgeschickt werden. Seit dem Urteil habe es einen stetigen Zustrom gegeben, am Donnerstag sei es jedoch zu einer „Explosion“ gekommen, sagte ein Sprecher der Guardia Civil.<BR /><BR />Der Migrationsaktivist Zakaria Zarroqui verglich die Ereignisse mit dem Mai 2021, als innerhalb weniger Tage rund 10.000 Jugendliche aus Marokko und Ländern südlich der Sahara die Enklave erreichten. Die Lage sei außer Kontrolle, erklärte Zarroqui. Menschen strömten weiterhin in die marokkanische Stadt Fnideq, um von dort nach Ceuta überzusetzen.<h3> Forderung nach Notstand</h3>Der Regierungschef von Ceuta, Juan Jesus Vivas, forderte die spanische Zentralregierung auf, wegen der Massenankünfte den Notstand auszurufen. Zudem bat die Regionalregierung in einer Nachricht auf der Online-Plattform X darum, das Militär zur Sicherung einzusetzen und die Grenze zu Marokko zu schließen.<BR /><BR />Das spanische Verteidigungsministerium erklärte, es gebe derzeit keine Pläne, die Armee einzusetzen. Das Innenministerium teilte mit, es arbeite eng mit Marokko zusammen, um den Zustrom einzudämmen. Das Ministerium machte Schlepperbanden dafür verantwortlich, das jüngste Gerichtsurteil auszunutzen. Eine Stellungnahme des marokkanischen Innenministeriums lag zunächst nicht vor.<BR /><BR />Ceuta bildet zusammen mit der nahegelegenen spanischen Enklave Melilla die einzige Landgrenze der Europäischen Union zum afrikanischen Kontinent. In beiden Städten kommt es immer wieder zu Versuchen von Migranten, auf diesem Weg in die EU einzureisen.