Mittwoch, 09. Januar 2019

Migranten auf NGO-Schiffen im Mittelmeer dürfen nach Malta

Die insgesamt 49 Migranten, die sich seit über zwei Wochen an Bord von NGO-Rettungsschiffen im Mittelmeer vor Malta befinden, dürfen nun nach Malta gebracht werden. Das gab der maltesische Regierungschef Joseph Muscat am Mittwoch bekannt. Demnach sollen die 49 danach auf acht EU-Staaten aufgeteilt werden.

Die Migranten waren seit Wochen am Meer. - Foto: APA (AFP)
Die Migranten waren seit Wochen am Meer. - Foto: APA (AFP)

Seit 19 Tagen befinden sich 32 Migranten an Bord der „Sea Watch 3” der deutschen NGO Sea Watch. Weitere 17 Migranten waren zudem am 29. Dezember vom Schiff der deutschen NGO Sea Eye, „Professor Albrecht Penck”, gerettet worden.

Die 49 Migranten sollen nach Italien, Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg und die Niederlande gebracht werden. „Es wurde eine Ad-hoc-Vereinbarung erzielt”, sagte Premier Muscat. Auch für 249 bereits in Malta befindliche Migranten, die gerettet wurden, sei eine Vereinbarung erzielt worden.

Die 49 Migranten sollen „in den nächsten Stunden” an Bord von maltesischen Marineschiffen genommen und an Land gebracht werden, so Muscat weiter. Die „Sea Watch 3” der deutschen NGO Sea Watch und das Schiff der deutschen NGO Sea Eye, „Professor Albrecht Penck”, sollen demnach sofort nach der Landung der Migranten maltesische Gewässer verlassen.

Lob für Malta

”Die EU lässt ihre 49 Geiseln frei”, kommentierte die deutsche NGO Sea Watch die jüngsten Entwicklungen. „Politik sollte nicht auf Kosten der Bedürftigen betrieben werden. Danke all jenen, die in diesen Tagen mit uns waren”, twitterte die NGO.

EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos begrüßte die Lösung im Fall der 49 Migranten. „Es freut mich, dass unsere Bemühungen, um die Migranten auf Malta an Land gehen zu lassen, zu Resultaten geführt haben”, so der EU-Kommissar. Er lobte Malta, das die Landung ermöglicht und jene EU-Mitgliedsstaaten, die „aktive Solidarität” bewiesen haben, indem sie sich am Umverteilungsprogramm beteiligen.

Der maltesische Premier Muscat betonte, dass die Lösung für den Fall der 49 Migranten „nicht von Europa, sondern von einigen EU-Mitgliedsstaaten gefunden worden sei”. „Jede Stunde, die ohne eine Lösung verlief, war eine Stunde, über die ich nicht stolz war”, so Muscat.

apa/ag

stol