Dienstag, 30. Juli 2019

Migranten müssen besetztes Ex-Olympiadorf in Turin verlassen

Hunderte Migranten lebten jahrelang auf dem Gelände des ehemaligen olympischen Dorfs in Turin – nun sind dort auch die letzten besetzten Häuser geräumt worden.

 Ex-Olympiadorf in Turin wurde am Dienstag geräumt. - Foto: Ansa
Ex-Olympiadorf in Turin wurde am Dienstag geräumt. - Foto: Ansa

Mehr als 300 Menschen verließen das Areal am Dienstag mit Koffern bepackt und im Beisein der Polizei, wie Fotos zeigten und italienische Medien berichteten. Turins Bürgermeisterin sprach von einem „wichtigen Erfolg für die Stadt“: Die „Befreiung“ des Ex-Olympiadorfs sei endlich gelungen und ohne Probleme verlaufen, sagte die Politikerin der Fünf-Sterne-Bewegung, Chiara Appendino.

Nach Angaben der Tageszeitung „La Stampa“ sollten anschließend die Türen und Fenstern der unteren Stockwerke der Gebäude zugemauert werden. Im Herbst sollen Bauarbeiten starten, um auf dem Gelände unter anderem Sozial- und Studentenwohnungen zu errichten, wie die Vize-Bürgermeisterin Sonia Schellino ankündigte.

„Das Fernsehen und die Zeitungen werden erzählen, wie perfekt alles gelaufen ist. Aber so ist es nicht“, schrieb Teresa Casalino, die die als „Ex Moi“ bezeichnete Hausbesetzung unterstützte, auf Facebook.

Das EX-Moi-Gebäude war vielen Turinern seit Jahren ein Dorn im Auge. - Foto:Ansa

Die Räumung läuft bereits seit Ende 2017. Die Migranten sollen nach Medienangaben künftig etwa in Unterkünften des Roten Kreuzes leben, es sind auch Arbeitsvermittlungsprogramme vorgesehen. An der Umsiedlung ist auch die Diözese der norditalienischen Stadt beteiligt.

dpa

stol