Donnerstag, 05. September 2019

Migrantenfreundlicher Ex-Bürgermeister darf wieder heim

Kaum ist sein ärgster politischer Gegner aus dem Amt, darf ein wegen seines Einsatzes für Zuwanderer bekannt gewordener früherer Bürgermeister in Italien wieder in sein Dorf zurück. Ein Gericht in der kalabrischen Stadt Locri hob am Donnerstag das Verbot auf, nach dem Domenico Lucano alias „Papa Mimmo“ seine Gemeinde Riace nicht mehr betreten durfte, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Domenico Lucano darf wieder nach Hause.
Domenico Lucano darf wieder nach Hause.

Als Bürgermeister des nahe der Fußspitze des italienischen Stiefels gelegenen Ortes hatte Lucano ein Zeichen für Toleranz gesetzt: Er hatte in dem von Entvölkerung geplagten Dorf Hunderte Migranten aufgenommen und ihnen Arbeit verschafft. Dafür hatte er beispielsweise zwar den Friedenspreis der Stadt Dresden erhalten, jedoch den Hass des damaligen Innenministers Matteo Salvini auf sich gezogen. Lucano wurde unter dem Vorwurf der Begünstigung illegaler Einwanderung vom Dienst suspendiert und zeitweilig festgenommen.

Salvinis Zeit im Innenministerium endete am Mittwoch, die neue italienischen Regierung, der die Lega nicht mehr angehört, wurde am Donnerstag vereidigt. Bei der Kommunalwahl Ende Mai war die Lega in Riace stärkste Kraft geworden, Lucano schaffte es nicht mehr in den Gemeinderat.

dpa 

stol