Dienstag, 25. Februar 2020

Migrationskrise in der Ägäis: Polizei mit Tränengas gegen Einwohner

Die griechische Polizei hat in der Nacht zum Dienstag auf den Inseln Lesbos und Chios Tränengas eingesetzt, um Demonstranten auseinander zu treiben, die sich gegen den Bau neuer Migrantenlager sperren. Die Inselbewohner fordern, dass die vorhandenen Lager geschlossen und keine neuen gebaut werden. Alle Migranten sollten nach ihrer Registrierung zum Festland gebracht werden.

Demonstranten wehren sich gegen den Bau von Migrantenlagern.
Demonstranten wehren sich gegen den Bau von Migrantenlagern. - Foto: © APA (AFP) / ARIS MESSINIS
Zu den schwersten Zwischenfällen kam es im kleinen Hafen von Mesta auf Chios. Dort versuchten aufgebrachte Einwohner den Hafen zu blockieren. In der Nacht sei eine Fähre mit schwerem Gerät angekommen, mit dem ein neues Lager für Migranten gebaut werden solle, berichtete das Staatsradio (ERT). Die Polizei setzte dort massiv Tränengas ein. Die Fähre konnte dann anlegen. Auch auf Lesbos kam es zu Ausschreitungen.

„Wir werden die neuen Lager bauen. Das wird gut für das Land und die Einwohner der Inseln sein“, sagte der Regierungssprecher Stelios Petsas im Rundfunk am Dienstagmorgen. In und um die bestehenden Registrierlager dieser Inseln harren mehr als 42.000 Menschen aus. Die Lager haben eine Aufnahmekapazität für etwa 8000 Menschen.
Die Regierung der bürgerlichen Partei Nea Dimokratia (ND) unter Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat angesichts dieser Zustände das Asylverfahren beschleunigt und will nun neue Registrier- und Abschiebelager öffnen.

Füchtlinge dagegen suchen Schutz vor Krieg oder
vor drohender Verfolgung, etwa wegen ihrer Religion, Nationalität
oder ihrer politischen Überzeugung. Damit sind Flüchtlinge auch
Migranten, aber nicht alle Migranten Flüchtlinge.



dpa