Mittwoch, 19. Mai 2021

Migranten-Krise in Ceuta: 4800 Menschen wieder abgeschoben

Nach 2 chaotischen Tagen mit der Ankunft von rund 8000 Migranten hat sich die Lage in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta am Mittwoch relativ beruhigt.

Hintergrund der Krise ist nach Einschätzung von Beobachtern ein Streit zwischen den beiden Ländern über die Westsahara, bis 1975 spanische Kolonie.
Hintergrund der Krise ist nach Einschätzung von Beobachtern ein Streit zwischen den beiden Ländern über die Westsahara, bis 1975 spanische Kolonie. - Foto: © APA/afp / FADEL SENNA
Die Zahl der wieder nach Marokko abgeschobenen Menschen erhöhte sich unterdessen auf circa 4800, wie ein Vertreter des spanischen Innenministeriums in Ceuta weiter mitteilte.

Die rund 8000 Menschen waren Montag und Dienstag in Ceuta und damit faktisch in die EU eingedrungen. So viele Menschen waren innerhalb so kurzer Zeit (ca. 36 Stunden) noch nie nach Ceuta gekommen. Zuvor hatte Marokko die Grenzkontrollen zur Enklave gelockert.

Beobachter in Spanien sind davon überzeugt, dass ein Streit über die Westsahara, die bis 1975 spanische Kolonie war, die Krise ausgelöst hat. Marokko beansprucht große Teile des dünn besiedelten Gebiets an der Nordatlantikküste. Rabat ist verärgert, weil der Chef der dortigen Unabhängigkeitsbewegung Polisario, Brahim Ghali, in einem spanischen Krankenhaus behandelt wird.

Die Lockerung der Grenzkontrollen sei eine Art Vergeltungsaktion gewesen, hieß es.

Marokko ruft Botschafterin zurück


Spanien kritisierte das Verhalten der Regierung in Rabat und zitierte die marokkanische Botschafterin ins Außenministerium, um ihr „den Unmut und die Ablehnung“ Madrids zu übermitteln, wie Außenministerin Arancha Gonzalez Laya sagte.

Kurz vor dem Gespräch hatte die marokkanische Botschafterin Karima Benyaich der Nachrichtenagentur Europa Press gesagt, in den Beziehungen zwischen den Ländern gebe es Handlungen, „die Konsequenzen haben“.

Hintergrund der Krise ist nach Einschätzung von Beobachtern ein Streit zwischen den beiden Ländern über die Westsahara, bis 1975 spanische Kolonie. Marokko beansprucht große Teile des dünn besiedelten Gebiets an der Nordatlantikküste. Rabat ist verärgert, weil der Chef der dortigen Unabhängigkeitsbewegung Polisario, Brahim Ghali, in einem spanischen Krankenhaus behandelt wird.

Marokkos Minister für Menschenrechte, El Mostafa Ramid, bekräftigte die Kritik seines Landes an Madrid. Spanien habe einem Verantwortlichen einer Gruppe Zuflucht geboten, die die Waffen gegen Marokko erhebe, schrieb er auf Facebook. Die Regierung in Madrid wisse, dass der Preis hoch sei, wenn sie Marokko unterschätze.




dpa/apa

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