Dienstag, 12. Dezember 2017

Militärareale in Vahrn und Brixen gehen ans Land

Das Rahmenabkommen zwischen dem Land Südtirol und dem Verteidigungsministerium aus dem Jahr 2007 ist wieder einen Schritt weitergekommen. Es sieht vor, dass eine Reihe Militärareale in guter Lage, die aber nicht mehr institutionell genutzt werden, in den Besitz des Landes übergehen.

Ein Teil des 4,5 Hektar großen Areals der Verdone-Kaserne in Vahrn - der weiße längliche Bau ist ein Teil der Kaserne.
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Ein Teil des 4,5 Hektar großen Areals der Verdone-Kaserne in Vahrn - der weiße längliche Bau ist ein Teil der Kaserne. - Foto: © LPA

„Im Gegenzug renoviert das Land auf seine Kosten eine Reihe von Wohnungen für die Mitglieder des Berufsheeres“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag. Der Beschluss der Landesregierung erteilt der Übernahme der Verdone-Kaserne in Vahrn und Schenoni-Kaserne in Brixen grünes Licht – es ist dies das dritte Tauschabkommen. Damit steht der Vertragsunterzeichnung nichts mehr im Weg.

Der Wert der beiden Areale beträgt 27 Millionen Euro: 15,5 Millionen ist  das rund 4,5 Hektar große Areal der Verdone-Kaserne wert, 2,4 Millionen jenes des angrenzenden ehemaligen Sportplatzes, rund 9 Millionen wert ist ein Teilareal von fast zwei Hektar der Schenoni-Kaserne in Brixen. Auf dem übrigen Areal baut das Land im Gegenzug Wohnungen für Militärs. In einem zweiten Moment wird die Landesregierung entscheiden, ob sie die dazugewonnenen Flächen auf die Gemeinden Vahrn und Brixen überträgt.

Nutzung der Flächen in Vahrn

Die Gemeinde Vahrn hat sich beispielsweise schon länger damit beschäftigt, wie sie das zentral gelegene Areal nutzen möchte. Ein Teil des Areals wird dem Bürgermeister von Vahrn, Andreas Schatzer, zufolge für den bereits geplanten Bau der Westumfahrung benötigt. Den oberen, verbauten Teil müsse man als Mischzone - mit Wohnungsbau und geeignetem Gewerbe - ausweisen, damit dafür keine weiteren landwirtschaftlichen Flächen in Anspruch genommen werden müssen.

Der untere Teil könnte laut Schatzer der Erweiterung der nahe gelegenen Sportzone dienen oder auch als öffentliche Grünfläche genutzt werden. Der Bürgermeister möchte das Areal aber auch Teil eines Forschungsprojektes wissen, das neben dem Land auch die Freie Universität Bozen und die Universität Politecnico von Turin einbezieht. Dieses Projekt würde darauf abzielen, Ideen für eine sinnvolle Neubestimmung des Militärareal sowie deren Machbarkeit und Finanzierung zu sammeln.

Drei von sechs Abkommen stehen fest

Im ersten Halbjahr 2018 soll das vierte Abkommen folgen. Insgesamt haben die sechs geplanten Tauschabkommen einen Wert von 220 Millionen Euro. Die sich daraus entwickelte Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium und der Agentur für Staatseigentum (Demanio) habe sich dem Landeshauptmann zufolge sehr bewährt.

So gehören mittlerweile die Mercanti-Kaserne von Eppan und das Areal beim Flughafen Bozen dem Land Südtirol – ebenso eines in der Bozner Reschenstraße. Letzteres braucht der Sanitätsbetrieb für den Anschluss der neuen Klinik an die Fernwärme. Im Gegenzug hat das Land 150 Unterkünfte für die Familien der Mitarbeiter des Heeres und andere Gebäude renoviert, die das Militär nutzt. Insgesamt betrifft es im ganzen Land Unterkünfte für 880 Personen.

lpa

stol