Die EU-Finanzminister rechneten mit einem Durchbruch beim zweiten Sondertreffen innerhalb einer Woche, um ein Hilfspaket zu schnüren. Am frühen Abend deutete jedoch alles daraufhin, dass es erneut zu einer Nachtsitzung kommen würde, trotz umfangreicher Vorbereitung des Treffens noch am Wochenende.Mit am Tisch saßen die mächtige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Auf beide kam es bei dem Treffen besonders an, denn Lagarde drängt auf einen stärkeren Beitrag der Euroländer. Auch Draghi fordert, dass die Politik handelt. „Wir müssen eine glaubwürdige Lösung für Griechenland finden“, sagte Lagarde vor dem Treffen.Bis zu 44 Milliarden EuroBei den Verhandlungen der Euro-Finanzminister ging es zunächst um die Freigabe einer schon länger fälligen Zahlung von mindestens 31,5 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm. Möglich ist, dass auch noch weitere Tranchen ausgezahlt werden und der Betrag so auf gut 44 Milliarden Euro steigen könnte. Der Rettungsplan von 130 Milliarden Euro lief wegen gestreckter Sparziele für Athen aus dem Ruder, deshalb müssen zum anderen für den Zeitraum bis 2014 rund 14 Milliarden Euro zusätzlich gefunden werden.Zuletzt zeichnete sich nach Informationen aus Verhandlungskreisen ein Mix aus Schritt-für-Schritt-Vorgehen und größerem Maßnahmenpaket ab. Unstrittig schien, dass die 31,5 Milliarden-Hilfen freigegeben würden. Auch der Vorschlag, Zinsen für Kredite aus dem zweiten Hilfsprogramm, die aus dem Rettungsfonds EFSF kommen, zu stunden, war dem Vernehmen nach konsensfähig.Nach Worten von Wolfgang Schäuble lehnt nicht nur Deutschland einen weiteren Schuldenschnitt aus rechtlichen Gründen ab, sondern auch die anderen Euro-Länder. Man könne nicht für weitere Hilfskredite garantieren, wenn denn gleichzeitig ein Schuldenschnitt vorgenommen werde. „Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern das ist in allen Ländern der Euro-Zone so.“ Auch die EZB als größter Gläubiger Athens sei nicht zu einem Schuldenschnitt bereit. „Deswegen ist es eine Unart, dass daraus ein typisches deutsches Problem gemacht worden ist.“dpa