Je nach Verlauf der Konjunktur und einigen politischen Entscheidungen und wegen eines Urteils der Kassation zum sogenannten Ticket, der Selbstbeteiligung der Patienten an den Kosten einer Behandlung, könnte das Loch zwischen 2015 und 2017 zwischen 20 und (im schlimmsten Fall sogar) 60 Milliarden Euro groß sein, so der "Corriere della Sera". Im DEF wird berücksichtigt, dass die Regierung einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen muss und dass die IMU auf die Erstwohnung ausläuft. Sollte die Immobiliensteuer nicht verlängert werden, droht das Haushaltsloch deutlich größer zu werden.Schon im laufenden Jahr drohe eine „manovra“ im Umfang von bis zu acht Milliarden Euro, schreibt der "Corriere".Damit könnten u.a. die Verschiebung der Müllsteuer TARES und der Mehrwertsteuererhöhung, Auslandsmissionen des Heeres, die Lohnausgleichskasse und mehreren Kollektivverträge im öffentlichen Dienst und die steuerliche Begünstigung von Immobilien-Sanierungen finanziert werden.Kompliziert wird die Lage auch dadurch, dass laut den Vorgaben des „fiscal compact“ die Staatsverschuldung ab 2015 um ein Zwanzigstel jährlich abgebaut werden muss.Das DEF geht von einem Schrumpfen der italienischen Wirtschaft im laufenden Jahr von 1,3 Prozent aus - Experten schließen aber auch ein Minus von bis zu 1,9 Prozent aus; zudem wird für die kommenden drei Jahre mit einem Wirtschaftswachstum von bis zu 1,4 Prozent gerechnet, was aber unter Experten umstritten ist.Laut Fabio Panetta, Vize-Direktor der "Banca d'Italia", durchläuft Italien derzeit die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Bruttoinlandsprodukt sei seit 2007 um sieben Prozentpunkte gesunken, die Zahl der Arbeitslosen um 600.000 gestiegen. Die Industrieproduktion sei um 25 Prozent gesunken.rb