Samstag, 26. Oktober 2019

Mindestens 67 Tote bei Protesten in Äthiopien

67 Menschen verloren bei Protesten in Äthiopien ihr Leben und dutzende wurden verletzt.

Bei Aufständen in Äthiopien starben mindestens 67 Menschen.
Bei Aufständen in Äthiopien starben mindestens 67 Menschen. - Foto: © APA (AFP) / STRINGER

Bei Protesten in Äthiopien sind mindestens 67 getötet worden. Zudem seien bei den regierungskritischen Demonstrationen seit Mittwoch mindestens 213 Menschen verletzt worden, sagte am Samstag der Polizeichef der Region Oromia, Kefyalew Tefera, dem regionalen Sender Oromia Broadcasting Network. Am Freitag wurde die Armee in einigen Teilen des Landes eingesetzt.

Die Proteste in der Hauptstadt Addis Abeba sowie der Region Oromia und anderen Gegenden richteten sich teilweise gegen Regierungschef Abiy Ahmed, der jüngst mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Sie wurden ausgelöst durch Kommentare eines prominenten Aktivisten, Jawar Mohammed.

Man habe versucht, mitten in der Nacht seine Sicherheitsleute abzuziehen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Wer genau dafür verantwortlich war, sagte er nicht. Diesen Vorfall hatte er in sozialen Medien verkündet, daraufhin versammelten sich Unterstützer vor seinem Haus. Die Proteste breiteten sich dann auf andere Teile des Landes aus.

In dem Vielvölkerstaat Äthiopien am Horn von Afrika herrschen viele Spannungen und Konflikte zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Abiy hat seit seinem Antsantritt im April 2018 zwar in der Region Frieden gefördert, vor allem durch den Friedensschluss mit dem Langzeit-Rivalen Eritrea.

Allerdings haben die Konflikte in seinem eigenen Land während seiner Amtszeit zugenommen. Experten und Menschenrechtler führen dies unter anderem darauf zurück, dass er zwar viele Reformen angestoßen hat, diese aber nicht zu Ende führt. Zudem habe er in dem zuvor lange mit harter Hand geführten Land die Kontrolle über die Sicherheitsorgane gelockert, dadurch sei aber in einigen Teilen des Landes Sicherheit, Recht und Ordnung zusammengebrochen, sagte Felix Horne von Human Rights Watch.

dpa

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