Die zusätzlichen Ermittlungen wurden über Interpol auch in Uruguay und Spanien geführt.<BR /><BR />Nach Angaben der Ermittler liegen bislang keine wesentlichen Erkenntnisse vor, die die Grundlage für das positive Gutachten zur Begnadigung infrage stellen könnten. <BR /><BR />Das italienische Justizministerium hatte die zusätzlichen Überprüfungen angeordnet, nachdem Staatspräsident Sergio Mattarella Informationen über eine mögliche „Falschdarstellung“ im Begnadigungsgesuch angefordert hatte. Das Gesuch war von Minetti eingereicht und vom Staatspräsidenten bewilligt worden.<BR /><BR />Ausgelöst worden waren die Zweifel durch Recherchen der Zeitung „Il Fatto Quotidiano“. Gegen das Tagblatt will jetzt Minettis Lebensgefährte, der Unternehmer Giuseppe Cipriani, Klage wegen Rufschädigung einreichen. Die Tageszeitung hatte dem 60-jährigen Cipriani unter anderem Kontakte zum skandalumwitterten US-Finanzier Jeffrey Epstein vorgeworfen.<BR /><BR />In einem Schreiben fordert Cipriani die Entfernung sämtlicher Artikel zu dem Thema sowie einen sofortigen Stopp weiterer journalistischer Recherchen. Andernfalls werde eine Schadenersatzforderung erhoben, die „in keinem Fall unter 250 Millionen Euro“ liege. <BR /><BR />Die Ermittlungen zum Fall Minetti hatte Thomas Mackinson, Journalist von „Il Fatto Quotidiano“, ins Rollen gebracht. Mackinson war es auch, der unter anderem eine Untersuchung gegen den Kunstkritiker Vittorio Sgarbi ausgelöst hatte – wegen mutmaßlicher Geldwäsche in Zusammenhang mit dem Diebstahl des Kunstgemäldes „Die Gefangennahme des Heiligen Petrus“ des Künstlers Rutilio Manetti (1571–1639). Wegen der Vorwürfe trat Sgarbi 2024 vom Posten des Kultur-Staatssekretärs zurück. Sgarbi wurde im Februar desselben Jahres vom Vorwurf freigesprochen.