Montag, 02. Oktober 2017

Minister treffen sich in München – Südtiroler Bauern demonstrieren

In München hat am Montag die erste EUSALP-Umweltministerkonferenz stattgefunden. Neben Landesrat Richard Theiner und EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann waren auch etliche Südtiroler Bauern nach München gereist. Sie forderten mehr Schutz vor Wolf und Bär.

26 Bauernverbände nahmen an der Protestaktion teil. - Foto: SBB
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26 Bauernverbände nahmen an der Protestaktion teil. - Foto: SBB

Eine Modellregion grüner Infrastruktur zu werden, dafür haben sich am Montag in München die Umweltreferenten der 48 Regionen des Alpenraums bei der ersten EUSALP-Umweltministerkonferenz ausgesprochen.  

EUSALP: EU-Strategie für die Alpine Region

In einer gemeinsamen Erklärung verwiesen die EUSALP-Vertreter auf die Herausforderungen der Gegenwart, wie Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt, Bevölkerungsabwanderung und Aufgabe von Flächen, Bildung von Ballungsräumen und Zerstörung von Landschaft.

Um die Besonderheit der Alpenregion zu erhalten, sollen grenzüberschreitend natürliche und naturnahe Flächen als „Grünes Netzwerk“ verbunden werden. Die Grüne Infrastruktur ist ein vorrangiges EU-Ziel und bezeichnet den Verbund nicht bebauter Grünräume, wie etwa landwirtschaftliche Nutzflächen, Flussläufe und Parks, aber auch Dächer und andere technische Bauwerke. Dieser Verbund erbringt eine Vielzahl wichtiger Leistungen und Funktionen für Mensch und Natur.

Theiner: Müssen Klimawandel entgegenwirken

Für Südtirol nahm Umweltlandesrat Richard Theiner am Treffen in München teil. „Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist es zunehmend wichtig, für einen ökologischen Ausgleich zu sorgen, der auch dem Klimawandel entgegenwirkt", erklärte Theiner bei der Umweltministerkonferenz.

Dorfmann: Müssen Gleichgewicht halten

Auch der Südtiroler EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann nahm an dem Ministertreffen teil. „Ich bin dafür, dass die Makroregion Alpen auch dazu genutzt wird, sich im Bereich des Umweltschutzes und der nachhaltigen Bewirtschaftung im Alpenraum zu beraten und abzustimmen. Allerdings darf dies nicht dazu führen, dass ein neues Schutzniveau geschaffen wird“, so der EU Mandatar. seinen Standpunkt.

Herbert Dorfmann unterstrich in seiner Rede, dass es im Alpenraum besonders wichtig sei, das sensible Gleichgewicht zwischen Natur und Kulturraum zu erhalten.

Herbert Dorfmann (Mitte) und Richard Theiner (rechts) trafen mit den Bauern zusammen. - Foto: SBB

300 Bauern demonstrieren

Neben Theiner und Dorfmann waren auch knapp 70 Südtiroler Bauern nach München gereist. Gemeinsam mit Bauern aus Nordtirol und Bayern machten die Südtiroler mit einer Protestaktion auf ihre Situation aufmerksam und forderten in einem Positionspapier den Schutz der Berglandwirtschaft vor Wölfen und Bären.

Oswald Schwarz, Vertreter der Bergbauern im Landesbauernrat des Südtiroler Bauernbundes, warnte: „Es läuft auf ein Entweder-Oder hinaus: Entweder Almwirtschaft oder Wolf. Wenn es so weitergeht, werden viele Bauern auf eine Alpung ihrer Tiere verzichten. Die Folgen für die Almen selbst, die Bergbauern und das Landschaftsbild wären fatal.“

Landesrat Richard Theiner und EU-Abgeordneter sicherten den Bauern ihre Unterstützung zu.

stol

stol