Donnerstag, 08. März 2018

Minority SafePack: Bis 3. April unterschreiben

Sich gemeinsam für Minderheiten in Europa stark machen: „Auch wenn es Südtirol heute als Minderheit gut geht, ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass auch andere Minderheiten künftig einen besseren Schutz genießen“, erklärt FUEN-Vize-Präsident Daniel Alfreider die Notwendigkeit, die benötigten 55.000 Unterschriften für den Minority SafePack zu sammeln.

Foto: DLife
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Am Donnerstag wurden an der EURAC in Bozen 69 Promotoren vorgestellt, die sich für die Initiative stark machen wollen.

„Wir wollen unterstreichen, dass der Schutz der europäischen Minderheiten nicht alleinige Angelegenheit der Mitgliedsstaaten sein darf, sondern auch Sache der EU“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Präsentation.

„Wir müssen uns bewusst sein: Paragraphen und Schutzklauseln können uns nie vollständig retten, sie können abgeändert werden. Wir brauchen das Feuer in uns für die Minderheiten, wir müssen überzeugte Verfechter des Minderheitenschutzes sein“, betonte auch Altlandeshauptmann Luis Durnwalder.

Einmalige Chance

Die Unterschriftenaktion Minority Safepack sei im Sinne der europäischen Idee und eine einmalige Chance, zu unterstreichen, dass sprachliche und kulturelle Vielfalt auch Stärke sein kann, so Kompatscher. „Südtirol ist dafür ein gutes Beispiel. Es ist uns daher ein großes Anliegen, den Minderheitenschutz in Europa zu unterstützen, damit künftig auch jene davon profitieren, die derzeit weitaus weniger Rechte genießen wie wir Südtiroler“, betonte der Landeshauptmann und dankte allen, die die Initiative möglich gemacht haben.

„Minderheiten leben meist in Grenzgebieten, sie spielen daher eine wichtige Rolle im Zusammenwachsen von Europa, denn sie tragen täglich dazu bei, Grenzen abzubauen“, bekräftigte Daniel Alfreider, Vizepräsident der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), die die Bürgerinitiative Minority Safepack gestartet hat. 

FUEN-Präsident Loránt Vincze, der eigens zur Vorstellung des Promotorenkomitees nach Bozen gekommen war, lobte das Engagement: „Die Minority SafePack-Kampagne soll die Stimme der Minderheiten in Europa stärken. Südtirol ist für viele ein großes Vorbild, was den Minderheitenschutz in Europa anbelangt. Umso wichtiger ist es, dass es diese Initiative unterstützt und dazu beiträgt, Europa näher an die Bürger und ihre Bedürfnisse zu rücken“, so Loránt.

69 Promotoren aus allen Bereichen

In Südtirol wird das Minority SafePack durch ein eigenes Promotorenkomitee unterstützt: 69 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft haben sich dazu bereit erklärt, darunter etwa auch die ehemalige Kunstspringerin Tania Cagnotto.

Jede Unterschrift zählt

Mit nur einer Unterschrift kann jeder zum Minderheitenschutz in Europa beitragen. Die Initiative ist erfolgreich, wenn sie innerhalb 3. April von einer Million EU-Bürgern sowie mindestens sieben Mitgliedsstaaten unterstützt wird, in dem die jeweilige Unterschriftenhürde erreicht wird: In Italien sind dies rund 55.000 Unterschriften.

Unterschreiben können alle EU-Bürger ab 18 Jahren, und zwar online, aber auch in allen 116 Gemeinden des Landes: Dort liegen bis 3. April die eigens dafür bereitgestellten Unterschriftenblöcke auf.

Minority SafePack

In Europa leben etwa 50 Millionen Menschen, die einer nationalen oder sprachlichen Minderheit angehören – viele von ihnen haben kaum Rechte. Um den Minderheitenschutz in Europa gesetzlich zu verankern, hat die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) die Europäische Bürgerinitiative Minority SafePack gestartet. Damit wird die EU-Kommission aufgefordert, einen Maßnahmenkatalog umzusetzen, um Minderheiten besser zu schützen und zu fördern. Der Südtiroler Landtag hat im September 2017 beschlossen, die Initiative aktiv zu unterstützen und die Landesregierung damit beauftragt, die Bevölkerung über die Unterschriftensammlung zu informieren.

stol

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