„Das wäre durchaus vorteilhaft“, sagt dazu Rudi Rienzner vom SEV, „aber ohne eigene Regulierungsbehörde können wir das gar nicht“.<BR /><BR />„Energiegemeinschaften (Cer) sind eine Chance, die es sträflich wäre, nicht zu nutzen, wegen der positiven wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Geldbeutel der Haushalte und im Hinblick auf die Beschleunigung des ökologischen Wandels, der immer dringender wird. Das österreichische Cer-Modell sollte auch für Südtirol ernsthaft in Erwägung gezogen werden, weshalb wir in der nächsten Landtagssitzung einen Beschlussantrag zu diesem Thema einbringen werden“, kündigt Team K-Landtagsabgeordneter Paul Köllensperger an. Denn Österreich habe die Energiegemeinschaften „sehr vernünftig und zukunftsorientiert geregelt“. <BR /><BR />Energiegemeinschaften in Italien funktionieren in etwa so, erläutert er: „Einerseits kaufen die Mitglieder mit Handelsverträgen Energie von externen Versorgern ein, andererseits speisen sie die gesamte von der gemeinsam errichteten Anlage produzierte Energie in das Stromnetz ein und erhalten dafür eine durch Markt- oder spezielle Rücknahmeregeln festgelegte Vergütung“ sowie einen 20-jährigen Beitrag für die in ihr ausgetauschte Energie. In Österreich werde die von den Energiegemeinschaften erzeugte und ins Netz eingespeiste Energie automatisch mit der von den Teilnehmern der Cer verbrauchten Energie verrechnet (Bill splitting). Die Rechnung werde somit stark reduziert, weitere Subventionen brauche es nicht. Sparen würden damit Konsumenten und die öffentliche Hand. <BR /><BR />Dem Vorschlag kann auch Rudi Rienzner, Generaldirektor des Südtiroler Energieverbandes (SEV), einiges abgewinnen. Doch: „In Italien ist ein solches Bill splitting nicht vorgesehen, wir sind aber in Südtirol von der italienischen Regulierungsbehörde abhängig – und können das System ohne eine eigene Behörde gar nicht einführen.“<BR /><BR />Mit einer eigenen Regulierungsbehörde sähe die Sache anders aus – und könnte auch gleich noch ausgebaut werden. Denn dann könnte auch gleich noch sichergestellt werden, dass Südtirol auch tatsächlich so weit wie möglich seinen eigenen grünen Strom verbrauche und davon die Energiegemeinschaften und privaten Energieerzeuger – also die Bürger – maximal profitierten. <BR /><BR />„Statt alles in das große Netz zu speisen könnten wir kleine dezentrale Kreisläufe schaffen, in denen tatsächlich die eigene Energie verbraucht und nur bei Überschuss abgegeben und bei Bedarf dazugekauft wird.“ Und auch das ledige Thema der nicht ausreichenden Netzkapazität, die derzeit die private Energieproduktion ausbremse, könnte damit gelöst werden. „Die besten Netze haben bei uns Stadtwerke und Genossenschaften mit ihren bei Bedarf unabhängigen Ringleitungen. Das wäre ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit und -versorgungssicherheit“, findet Rienzner. <BR />