Ansonsten wirkt der Republikaner aber weiter etwas steif, auch wenn er im Laufe des Wahlkampfes und mit steigenden Umfragewerten deutlich an Selbstbewusstsein zugelegt hat. Zu kämpfen hat er weiter gegen das Image eines kaltherzigen Reichen, der nichts von den Sorgen der „einfachen Leute“ versteht. Nach dem schweren Wirbelsturm „Sandy“ trat er umso demonstrativer als anpackender Helfer und Spendensammler auf.Bevor Romney sich auf die Politik verlegte, war er in den 80er Jahren in der Wirtschaft höchst erfolgreich, verdiente als Unternehmensberater und Investor Millionen. Sein Vermögen wird heute auf umgerechnet mehr als 160 Millionen Euro geschätzt. Romney selbst pocht darauf, sein Erfolg als Unternehmer prädestiniere ihn zum Präsidenten. Anders als Obama verstehe er etwas von der Wirtschaft.Geboren wurde Romney am 12. März 1947 in Detroit, Michigan. Sein Vater war der frühere Gouverneur des Bundesstaates, George Romney. Bereits als junger Mann ging Romney Junior als Mormonen-Missionar für zwei Jahre nach Frankreich, verlegte sich dann beruflich aber auf die Wirtschaft. Der Harvard-Absolvent gründete 1984 die Investmentfirma Bain Capital und wurde national populär, als er erfolgreich die Olympischen Spiele in Salt Lake City 2002 organisierte.Noch im selben Jahr schafft er es, zum Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts gewählt zu werden, einer demokratischen Hochburg. Nach einem erfolglosen Anlauf 2008 wurde Romney im August zum republikanischen Präsidentschaftsbewerber gekürt.Romney ist seit fast 45 Jahren verheiratet und gilt als vorbildlicher und hingebungsvoller Familienvater. Seine Frau Ann und seine fünf Söhne rühren für ihn die Wahlkampftrommel. Bei moderaten Wählern schneidet Romney gut ab, doch eingefleischte Konservative vermissen feste Grundsätze und politische Standhaftigkeit. Romney gilt als „Flip-Flopper“, als Mann, der sein Fähnchen nach dem Wind hängt. So setzte er als Gouverneur eine Gesundheitsreform durch, die der späteren Reform von Obama ziemlich ähnelt. Doch heute stimmt Romney in den Chor der Republikaner ein, die „Obamacare“ abschaffen wollen. Ähnlich flexibel verhält Romney sich in Sachen Abtreibung.dpa