„Die SVP wird wie bisher außerhalb der gesamtstaatlichen politischen Blöcke bleiben und jede Maßnahme von Fall zu Fall bewerten. Besonderes Augenmerk werden wir dabei auf das Verhältnis der neuen Regierung zu den Sonderautonomien und zu den Minderheiten legen", so SVP-Kammerabgeordneter Siegfried Brugger am Sonntag. Am Dienstag sind Gespräche mit den größten Einzelparteien, dem „Popolo della liberta“ (PdL) um den zurückgetretenen Premier Silvio Berlusconi, und dem „Partito democratico“ (PD), der stärksten Oppositionskraft im römischen Parlament, geplant. Nach einem vorläufigen Zeitplan könnten die Konsultationen am Dienstagnachmittag mit einem Treffen mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enden. Medien berichteten allerdings über noch bestehende Widerstände innerhalb des PdL. Bei den Konsultationen dürfte es um Montis Programm und die Zusammensetzung des Kabinetts gehen. So hieß es etwa, der 68-Jährige wolle zwölf Fachleute und keine Politiker zu Ministern machen. Monti will sondieren, ob er im Parlament über eine tragfähige Mehrheit verfügt. Der 68-Jährige hatte am Vorabend erklärt, die Konsultationen schnell, aber sorgfältig ausführen zu wollen.Auftrag mit „Vorbehalt“ angenommenMonti hatte am Sonntagabend von Präsidenten Giorgio Napolitano den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Der 68-jährige Wirtschaftsprofessor soll die Führung einer Übergangsregierung übernehmen, die Sparmaßnahmen und Wirtschaftsreformen zur Bewältigung der Schuldenkrise umsetzen soll. Monti tritt die Nachfolge von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi an, der am Samstag zurückgetreten war.Monti nahm von Napolitano den Auftrag mit „Vorbehalt“ an, teilte das Präsidentenbüro am Sonntag mit. Der ehemalige EU-Kommissar versicherte in einer kurzen Ansprache am Sonntag, dass er sich in den Dienst seines Landes stelle und für die Bewältigung der akuten Schuldenkrise einsetzen werde. Italien müsse ein „Element der Stärke, nicht der Schwäche“ in Europa sein, betonte Monti. Das Land werde seine Verschuldung eindämmen und das Wirtschaftswachstum fördern müssen. Dabei müsse im Interesse der neuen Generationen soziale Ausgewogenheit garantiert werden. apa/stol/dpa