Regierungschef Mario Monti gibt Gas in der Schuldenkrise: Noch am Sonntagnachmittag – statt wie zuvor geplant am Montag – will er sein Spar- und Reformpaket in Höhe von 24 Milliarden Euro mit seiner Technokraten-Regierung auf den Weg bringen. Für 16 Uhr wurde der Ministerrat in Rom zusammengetrommelt, um die von Monti selbst als opferreich und hart bezeichneten Maßnahmen per Gesetzesdekret zu verabschieden. Zuvor hatte Monti sich unter anderem mit Vertretern der Regionen sowie den Sozialpartnern des hoch verschuldeten Euro-Krisenlandes getroffen.Am Vormittag hat Monti in Rom unter anderem die italienischen Sozialpartner getroffen, um ihnen eine geplante Rentenreform vorzustellen.„Die Lage ist schlimm, aber wir können es noch schaffen“Italien habe die Wahl zwischen „den geforderten Opfern einerseits oder einem bankrotten Staat und einem zerstörten Euro“, sagte Monti am Sonntag in Rom. Er ermahnte Gewerkschaften und Arbeitgeber, am selben Strang zu ziehen: „Die Lage ist schlimm, aber wir können es noch schaffen“.Die Reform sieht unter anderem eine vorgezogene Anhebung des Rentenalters sowie eine Streichung des Inflationsausgleichs bei Renten vor. Im öffentlichen Dienst etwa soll das Rentenalter auf 66 Jahre angehoben werden – bei Männern bereits 2012, bei Frauen bis zum Jahr 2018. Geplante Steuererleichterungen für sozial Schwache sollen die Einschnitte ausgleichen. Die Gewerkschaften beurteilten die Pläne als „einen extrem harten Schlag gegen die Einkommen der Rentner“. Ein definitives Urteil könne man allerdings erst bei vollständiger Kenntnis des Sparpakets fällen. Italien hat nach Griechenland den höchsten Schuldenstand der Eurozone – gemessen an der Wirtschaftsleistung. Mit einem von ihm selbst als hart und opferreich bezeichneten Reform- und Sparpaket will Monti nicht nur – wie schon von Silvio Berlusconi versprochen – den Staatshaushalt bis 2013 ausgleichen, sondern auch das schwache Wirtschaftswachstum ankurbeln.dpa