Laut Plan hätte die Delegation der Südtiroler Volkspartei als erste um 10.20 Uhr mit Mario Monti zusammentreffen sollen. „Wir wären dran gewesen, aber man hat uns nicht verständigt“, erklärte Brugger am Montag im Gespräch mit STOL. „Wenn wir das gewusst hätten, wären Helga Thaler-Ausserhofer und ich gestern nach unserem Treffen mit Napolitano in Rom geblieben.“Das Konsultationsgespräch sei deshalb telefonisch nachgeholt worden. Gegen 12 Uhr hat Siegfried Brugger am Montag mit Mario Monti telefoniert – für gute zehn Minuten. „Es war ein sehr freundschaftliches Gespräch“, so Brugger wenige Minuten nach dem Telefonat.Im Prinzip habe er das wiederholt, was er am Sonntag bereits gegenüber Staatspräsident Napolitano gesagt habe. „Wir finden es gut, dass er der designierte Ministerpräsident ist und glauben, dass er durchaus Möglichkeiten hat, die große politische und wirtschaftliche Krise in Italien in Angriff zu nehmen und Maßnahmen mit Unterstützung eines großen Teiles des Parlaments zu setzen“, gibt der SVP-Kammerabgeordnete wieder.Monti werde sich zwei großen Themen stellen müssen: Einsparungen bzw. Abbau der Gesamtverschuldung und Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung. Monti müsse hier Maßnahmen vorbereiten. „Diese hat er mir heute natürlich noch nicht nennen können“, meint Brugger. „Er hat mir nur bestätigt, dass es eine schmale Regierung, die aus Experten besteht, geben wird.“ Monti autonomiefreundlichZu seinen spezifischen Anliegen befragt, hat der SVP-Kammerabgeordnete an Monti appelliert, dass den Sonderautonomien besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. „Monti hat zugesagt, er werde gegenüber den Sonderautonomien aufmerksam sein“, berichtet Brugger. „Im Übrigen könne er aber dazu noch nicht viel sagen, da er als Experte für einen präzisen Auftrag gerufen wurde.“ In so einem kurzen Telefonat hätte man außerdem nicht mehr ins Detail gehen können. „Das werden wir in einem persönlichen Gespräch in den nächsten Tagen nachholen.“Brugger meinte gegenüber Monti außerdem, „dass wir, bevor wir kein Programm kennen, nicht im Voraus sagen können, wie wir uns bei der Abstimmung verhalten werden.“ Grundsätzlich bleibe die SVP außerhalb der politischen gesamtstaatlichen Blöcke und fahre ihre eigene Linie. „Wir werden alles unterstützen, was für uns in Ordnung ist.Persönliches Treffen wird folgenBrugger hat Monti auch auf die Durchführungsbestimmungen zum Mailänder Abkommen und den Schilderstreit angesprochen. „Wir haben aber vereinbart, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt in einer größeren parlamentarischen Delegation mit ihm zusammenkommen und ihm diese Südtirol-Agenden erklären werden.“Brugger zuversichtlichBrugger glaubt daran, dass Mario Monti die allgemeine Wirtschaftssituation Italiens verbessen wird. „Ob es ihm gelingt, werden wir sehen. Aber wenn er es nicht schafft, dann schafft es niemand.“ba