„Wir sind bereit, auch in die Opposition zu gehen. Wir werden uns nicht an einer Regierung beteiligen, die nicht stark reformorientiert ist“, betonte Monti im Interview mit der Tageszeitung „Secolo XIX“ am Sonntag.Reformen als Voraussetzung für BündnisMonti erklärte sich zu einem Bündnis mit dem Favoriten im Wahlkampf, Mitte-Links-Chef Pier Luigi Bersani, bereit, aber nur zur Umsetzung von Reformen für einen Neubeginn des Landes.Drei wesentliche Reformen seien Maßnahmen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarkts, Kürzungen bei öffentlichen Ausgaben und Steuersenkung für Unternehmen und Familien.„Keine sinnlosen Opfer“Der Wirtschaftsprofessor erklärte, er habe im Wahlkampf scharf auf Aussagen von Politikern aus dem Mitte-Rechts-Lager um seinen Vorgänger Silvio Berlusconi reagiert.Diese würden bestreiten, dass die Situation der italienischen Finanzen vor dem Amtsantritt seines Fachleutekabinetts im November 2011 dramatisch war.„Es ist, als würde man behaupten, dass ich den Italienern sinnlose Opfer aufgezwungen habe. Die Italiener haben Opfer mit einer Ernsthaftigkeit erduldet, die größer als jene ist, die die Wahrheit verzerren“, sagte Monti.Monti ruft zu TV-Duell aufAm Sonntag forderte Mario Monti auf YouTube seine politischen Kontrahenten zu einem TV-Duell auf (siehe Video unten).„Es sind nur noch wenige Tage bis zur Wahl. Wollt ihr den Bürgern wirklich ihr Recht nehmen, sich auf der Basis einer direkten Auseinandersetzung zwischen den Kandidaten eine Meinung zu bilden?“, so Monti an Berlusconi und Bersani gerichtet.Beide haben zwar prinzipiell einem Duell zugestimmt. Berlusconi lehnt es aber ab, mit Kandidaten zu diskutieren, die wie Monti keine Chance auf den Sieg haben.Der TV-Auftritt von Beppe Grillo, der für Sonntagabend auf Sky geplant war, hingegen wird nicht stattfinden. Grillo erklärte per Twitter, dass es kein Interview geben werde.mit/vib/ar/ba