Monti steht keine einfache Aufgabe bevor. Er muss Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien bewältigen, die seine Übergangsregierung unterstützen sollen.Im Folgenden die Positionen der stärksten Parteien gegenüber der Übergangsregierung, die Monti diese Woche bilden will.Popolo della Libertà (PdL): Die Partei um den zurückgetretenen Premier Silvio Berlusconi fordert als stärkste Einzelpartei im römischen Parlament ein Kabinett, das ausschließlich aus parteilosen Fachleuten besteht. Kein Politiker mit Vorbehalt gegen Berlusconi solle dem neuen Kabinett beitreten.Der PdL verlangt, dass das neue Kabinett lediglich die von der EU geforderten Wirtschaftsreformen umsetzt und dann zurücktritt. Als Bedingung für ihre Unterstützung fordert die Gruppierung, das letzte Wort beim Regierungsprogramm und den Kabinettsmitgliedern zu haben.Partito Democratico (PD): Die stärkste Oppositionspartei im Parlament fordert ebenfalls eine Expertenregierung, die ausschließlich aus parteiunabhängigen Fachleuten besteht. Die Partei von Oppositionschef Pierluigi Bersani verlangt, dass sich das Kabinett nicht nur mit Wirtschaftsreformen, sondern auch mit einer Revision des Wahlgesetzes befasst.Der PD will zurück zu dem bis 2008 geltenden reinen Proporzsystem. Das derzeit geltende abgeschwächte Proporzsystem mit Mehrheitsprämie habe bisher die Mitte-Rechts-Koalition um Berlusconi begünstigt, betont die Partei.Dritter Pol: Der Zentrumsblock um den Präsidenten der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini, dem seine neue Rechtspartei „Futuro e Libertà per l'Italia“ sowie die christdemokratische UDC angehören, ist der überzeugteste Befürworter einer Regierung Monti. Nach dem Ende der Ära Berlusconi brauche Italien einen kompetenten Fachmann, der das Land aus der Krise führen könne und dank seiner Parteiunabhängigkeit die Ergreifung unpopulärer Maßnahmen nicht scheue. „Wir stehen bedingungslos an Montis Seite. Die 100 Parlamentarier unseres Blocks sind bereit, Monti volle Unterstützung bis Ende der Legislaturperiode 2013 zu sichern“, sagte der Spitzenpolitiker des Dritten Pols, Francesco Rutelli.Italia dei Valori (IdV): Die mit dem PD verbündete Mitte-Links-Partei um Berlusconis Erzfeind Antonio Di Pietro hat sich nur mit Mühe überzeugen lassen, eine Regierung Monti zu unterstützen. „Italien droht die Gefahr einer Regierung unter Kontrolle der Finanz, wir sind dagegen“, hatte Di Pietro noch vor wenigen Tagen betont. Die Aussicht, die Allianz mit dem PD aufgeben zu müssen, bewog Di Pietro jedoch, einen Rückzieher zu machen. Die Partei kündigte an, die Regierung Monti unterstützen zu wollen, stellte jedoch die Verabschiedung eines neuen Wahlgesetzes als Bedingung dafür.Lega Nord: Die rechtspopulistische Lega Nord weigert sich entschieden, Monti zu unterstützen und will in die Opposition gehen. Damit bricht die Partei von Umberto Bossi eine seit 2001 bestehende Allianz mit Berlusconi. Laut der Lega wird die Übergangsregierung Montis kurzlebig sein.„Sie wird von einer bunten Mischung von Parteien unterstützt und wird wenig zustande bringen“, prophezeite Parteichef Bossi.apa