<b>von Janos I. Szirtes</b><BR /><BR />Eigentlich ist für den Kreml Nordkorea ein kleines, unbedeutendes Land. So war es bis zur Aggression in der Ukraine. Seitdem hat sich aber viel verändert.<BR /><BR />Kim Jong-un war nämlich einer der wenigen, der den Krieg in der Ukraine unterstützte und über riesige Munitionsvorräte verfügt, die zudem kompatibel mit den verwendeten russischen Waffen sind. Er ist neben Iran derjenige, der bereit war und ist, diese an den Kreml zu liefern. Die UNO erlaubt dies nur bei Selbstverteidigung, daher können alle Staaten, die dies wollen, rechtmäßig Kriegsgerät an die Ukraine, aber eben nicht an Russland liefern.<BR /><BR />Russland verschießt täglich zehntausend Geschosse und kommt bei dieser Größenordnung mit dem Nachschub nicht entsprechend nach. Die Unterproduktion zeigt trotz hochgefahrener Rüstungsindustrie eine 25 Prozent Unterversorgung. Russland benötigt also externe Quellen und diese wurde von Nordkorea angeboten. Nordkorea deckt einen Jahresverbrauch an benötigten Geschossen. Als Gegenleistung bekommt es Hilfe bei der Rüstungsindustrie, Raketentechnik und Atomwaffentechnologie sowie Öl. Doch auch politische Vorteile bietet die Allianz mit Russland. Pjöngjang wähnt sich auf Augenhöhe mit dem Kreml, was sie zwar nicht ist, aber ihre international sehr isolierte Stellung wird aufgewertet.<h3> Handfeste Erfolge</h3> Auch handfeste Erfolge sind bereits vorhanden. Bei den Abstimmungen im Sicherheitsrat der UN legte Russland Veto bei der Überprüfung der Einhaltung der Sanktionen gegen Nordkorea ein, damit sind die Kontrollen abgeschafft. <BR /><BR />So unterliegen die Öllieferungen Russlands weder einer bislang vorgeschriebenen Genehmigung durch die UNO, noch können diese Lieferungen kontrolliert werden. Pjöngjang kann aber durch seinen neuen Freund auch seine extreme Abhängigkeit zu China lockern und Peking mit Hilfe von Moskau ausspielen. <h3> Was macht China?</h3>Wie lange China duldet, dass sein Vasall sich freischwimmt, ist ungewiss. In Chinas Russland-Politik wird sich dies bemerkbar machen. Dies ist wohl nur eine Frage der Zeit. Allerdings sind die Munitionsvorräte der Nord-Koreaner einerseits nicht unendlich, anderseits müssen sie nach der eigenen Doktrin genug Mittel horten, um gegen Südkorea die Drohungspolitik aufrechtzuerhalten.<BR /><BR />Die Achse Moskau-Pjöngjang hat trotz der derzeitig hochgefahrenen Zusammenarbeit ein zeitlich absehbares Ende. Wenn die Munitionslieferungen nach Übergabe der gehorteten Bestände nicht mehr zur Verfügung stehen und China aus Eigeninteresse gegen die Achse auftritt, wird Putin seinen „neuen Verbündeten“ schnell fallen lassen. Die übergebenen Atomgeheimnisse werden jedoch die Welt lange beschäftigen.