Nachdem am Donnerstagnachmittag der gemäßigte Partei-Flügel um Giorgio Holzmann eine Pressekonferenz für Freitag, 16 Uhr einberufen hatte, um diesen als Bürgermeisterkandidaten vorzustellen, reagierte der rechte Flügel umgehend, und berief seinerseits für Freitag, 15 Uhr eine Pressekonferenz in das 20 Meter entfernte Parteibüro ein, um den eigenen Bürgermeisterkandidaten zu präsentieren. Kaum verwunderlich waren dann auch die einleitenden Worte der Holzmann-Unterstützer auf der Pressekonferenz um 16 Uhr. Detail am Rande: Giorgio Holzmann selbst nahm an der Pressekonferenz nicht teil. „So geht es nicht weiter. Der Bozner ‚Pdl‘ ist in einer tiefen Krise, aus der wir heraus müssen. Biancofiore agiert seit langem, ohne den Rest der Partei mit einzubeziehen. Sie hat ein kleines Grüppchen in der Partei um sich gescharrt, das mit seiner Schrei-Politik vor allem der knappen Mitte-Links-Mehrheit sehr hilft. Biancofiores Verhalten ist skandalös“, so Paolo Bertolucci, der die Kandidatur des Kammerabgeordneten als rechtmäßig sieht.“Rom hat im Herbst 2009 bereits entschieden und Holzmann - mit dem Einverständnis von Michaela Biancofiore - zum Pdl-Kandidaten für den Bürgermeisterposten in Bozen gemacht“, betonte das Komitee. Drei Tage später habe Biancofiore dann aber Wort gebrochen und Holzmanns Kandidatur abgelehnt. „Jetzt hat sie schnell einen völlig unbekannten Gegenkandidaten (Tagnin, A. d. R.) aus dem Hut gezaubert. Das können wir nicht akzeptieren“, so Bertolucci weiter. „Mit der Südtirol-Autonomie die italienische Minderheit in Südtirol schützen“ Es sei höchste Zeit, die Grabenkämpfe zu beenden und für Bozen zu arbeiten, betonte das Komitee, das sich für die Südtirol Autonomie aussprach, „da wir mit ihr die einzige Minderheit in Südtirol, die Italiener, schützen können.“ Das erklärte Ziel: „Wir müssen endlich in Bozen und in der Landesregierung an die Macht, um mit der SVP regieren zu können und um die Volkspartei aus der tödlichen Umklammerung lösen zu können.“ „180- Grad-Wende“ Den Weg zum Ziel sieht das Komitee einzig und allein in einer „180-Grad-Wende der Mitte-Rechts-Politik“, die sich vor allem gegen die Einheitspartei der deutschsprachigen Südtiroler richte. Man sage ‚Nein‘ zur Vanna Marchi-Politik (Vanna Marchi ist eine bekannte TV-Verkäuferin, die wegen Betrugs zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde; Anm.d.Red.), betonte das Komitee, das die Bürgermeister-Kandidatur Giorgio Holzmanns von jetzt an aktiv unterstützt und auf der Pressekonferenz für ihren Kandidaten warb.”Biancofiore hat nach ihrem Rückzieher vor zwei Monaten nur versucht, in der Partei Konfusion zu stiften. Wenn Biancofiore will, dass Mitte-Rechts gespalten bleibt und die Wahlen verliert, soll sie es sagen. Ihr Kandidat Tagnin ist in Bozen völlig unbekannt. Holzmann hingegen ist jahrelang der meistgewählte Italiener gewesen.“ Das Fazit des Holzmann-Komitees: „Er ist der ideale Bürgermeister-Kandidat. Rom hat es erkannt, nur einige Pdl-Politiker in Bozen wollen dies nicht anerkennen“, hieß es abschließend.rb