Freitag, 14. Dezember 2018

Mussolini-Kalender für den Staatspräsidenten

Auch 73 Jahre nach dem Tod des faschistischen Diktators Benito Mussolini kann man an einigen Südtiroler Kioskständen den jährlichen Mussolini-Kalender erwerben. Bereits mehrfach hat die Südtiroler Freiheit den Verkauf des Kalenders angeprangert. Trotz Eingabe bei Gericht waren diese Bemühungen bislang nicht von Erfolg gekrönt. Nun wird die Südtiroler Freiheit ein Exemplar dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella schicken, erklärt die Partei in einer Aussendung.

Die Südtiroler Freiheit will ein Exemplar des Kalenders dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella schicken. - Foto: Südtiroler Freiheit
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Die Südtiroler Freiheit will ein Exemplar des Kalenders dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella schicken. - Foto: Südtiroler Freiheit

Im Schreiben wird der Staatspräsident ersucht, sich dafür stark zu machen, dass Italien endlich ein wirkungsvolles Gesetz gegen faschistische und nationalsozialistische Wiederbetätigung verabschiedet, so die Partei weiter.

Zwar hat das italienische Parlament mehrere einschlägige Gesetze verabschiedet, so das Scelba-Gesetz (1952) und das Mancino-Gesetz (1993), jedoch sind diese laut Südtiroler Freiheit unzureichend, um z.B. die Herstellung und den Verkauf eines Mussolini-Kalenders zu verbieten. Das Scelba-Gesetz stellt alle Versuche unter Strafe, die aufgelöste faschistische Partei wieder zu reaktivieren, das Mancino-Gesetz richtet sich gegen rassistische Äußerungen.

Auch der neue Mussolini-Kalender huldige in Bild und Text die „großartigen“ Leistungen Mussolinis. „Gerade in Südtirol, wo der Faschismus größtes Leid angerichtet und mit brutaler Härte zugeschlagen hat, ist der Vertrieb eine besondere Demütigung“, so Werner Thaler von der Landesleitung der Südtiroler Freiheit. Im Handel seien mindestens drei unterschiedliche Ausgaben des Kalenders erhältlich. Eine Ausgabe beinhaltet diesmal auch einen Notizblock.

stol

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