Montag, 18. März 2019

Mutmaßlicher Christchurch-Attentäter verteidigt sich selbst

Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch will sich nach Aussage seines bisherigen Pflichtverteidigers Richard Peters selbst vor Gericht verteidigen. Peters sagte der Zeitung „New Zealand Herald”, dass ihn der 28-jährige Brenton Tarrant von seinem Mandat als Anwalt entbunden habe und er nicht länger für ihn tätig sei.

Details zur Reise des Terrorverdächtigen sind keine bekannt. - Foto: POOL
Details zur Reise des Terrorverdächtigen sind keine bekannt. - Foto: POOL

Der festgenommene Australier habe ihm selbst gesagt, dass er sich künftig selbst verteidigen werde. Peters äußerte die Vermutung, dass der Rechtsextremist einen Prozess als Plattform nutzen könnte, um „seine ziemlich extremen Ansichten” vor den Augen der Weltöffentlichkeit zur Schau zu stellen. „Die Aufgabe des Richters wird sein damit umzugehen”, sagte Peters der Zeitung.

Tarrant war nach dem Massaker mit mindestens 50 Todesopfern in 2 Moscheen am Freitag festgenommen worden und allen bisherigen Erkenntnissen nach als Einzeltäter vorgegangen. Polizeichef Mike Bush sagte am Montag in der Hauptstadt Wellington: „Wir glauben, dass diese furchtbare Tat von einer einzelnen Person begangen wurde.”

Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Täter von irgendjemand anderem Unterstützung hatte. Bush schloss dies aber auch nicht vollständig aus. Nach Angaben des Polizeichefs sind an den Ermittlungen mehr als 200 Beamte beteiligt, auch aus Australien und von der US-Bundespolizei FBI.

Wegen des Massakers in zwei Moscheen der Stadt Christchurch mit 50 Todesopfern sitzt der 28 Jahre alte Australier Brenton Tarrant, ein Rechtsextremist, seit dem Wochenende in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslang Gefängnis. Der ehemalige Fitnesstrainer, der seit einigen Jahren in Neuseeland lebt, hatte vor der Tat eine Kampfschrift mit rechtsextremen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail verschickt.

Der mutmaßliche Täter bei einer Flughafen-Aufnahme im Jahr 2016. - Foto: apa/afp 

Dem Australier, der seit mehreren Jahren in Neuseeland lebt, droht nun lebenslange Haft wegen vielfachen Mordes. Kurz vor der Tat stellte er eine 74-seitige Kampfschrift mit rechtsextremen Parolen ins Internet und verschickte sie auch per E-Mail, unter anderen an Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern. Muslime und Immigranten bezeichnet er darin als „Invasoren”, sich selbst als Rassisten.

apa/ag.

stol