„Frauen zahlen während der Mutterschaft und den Erziehungsjahren einen hohen Preis“, sagt Leiter Reber. Längere Arbeitspausen, niedrige Löhne, Teilzeitarbeit: Die Folge sind meist Rentenlücken – und damit deutlich niedrigere Renten.<BR /><BR />Zwar, so Leiter Reber, gebe es eine regionale Förderschiene zur rentenmäßigen Absicherung der Erziehungszeiten, die reiche aber nicht aus: „Der maximal auszahlbare Gesamtbetrag vom vierten Monat bis zum dritten Lebensjahr eines Kindes beträgt höchstens 18.000 Euro.“ Und selbst beim Aufbau einer Zusatzrente zeigten die Daten, dass Frauen dort weniger einzahlten.<BR /><BR />Leiter Reber hat sich daher ans Rechnen gemacht: „Rechnet man derzeit bei den rund 4.600 Geburten für jede Südtiroler Mutter eine öffentliche Renteneinzahlung, die sich am medianen Bruttolohn eines Angestellten in der Privatwirtschaft orientiert, so würde das pro Mutter jährlich rund 10.500 Euro ergeben – entsprechend eines 33-prozentigen Anteils eines Jahresbruttolohnes von 32.000 Euro.“ <BR /><BR />Multipliziert mit den Geburten eines Jahres, erhält man eine Summe von knapp 50 Millionen Euro. Würde man die Maßnahme drei Jahre lang, also bis zum Kindergartenalter eines Kindes, finanzieren, fielen jährlich rund 150 Millionen Euro im Landeshaushalt an. „Keine Kleinigkeit“, gibt der Freie Abgeordnete zu. Aber bei einem jährlichen Landeshaushalt von elf Milliarden Euro „sollte diese Summe zu finden sein, wenn denn der entsprechende politische Wille für eine rentengedeckte Elternzeit vorhanden ist“, argumentiert er.<BR /><BR />Die Rechnung ist sehr grob, für eine genauere Berechnung der zusätzlichen Kosten für den Landeshaushalt müsste man die Erziehungszeiten für Angestellte im öffentlichen Dienst herausrechnen, ebenso die rentengedeckten Mutterschutzzeiten erwerbstätiger Frauen sowie die bereits gewährten Beiträge. In einem Beschlussantrag, den er heute im Landtag zur Behandlung vorlegt, fordert er u. a. eben diese detaillierte Berechnung von der Landesregierung ein, sowie die Eruierung von entsprechenden Spielräumen.<BR /><BR />Das Plazet der Mehrheit dürfte Leiter Reber dafür nicht bekommen. „Man erhöht seine Chancen nicht, wenn man ein komplexes Thema in letzter Minute einbringt“, sagt SVP-Sprecher Harald Stauder. Um einen solchen Antrag beurteilen zu können, müsse man ihn vorher von Experten prüfen lassen können.<h3> Astat: Frauen beziehen weiterhin deutlich geringere Renten</h3>Auch in der jüngsten Publikation des Landesstatistikinstitutes ASTAT zeigen die Daten: Frauen beziehen weniger Rente als Männer. 2024 waren 51,2 Prozent der Rentenempfänger in Südtirol weiblich. Sie bezogen zusammen aber nur 42,7 Prozent der insgesamt ausbezahlten Renten. <BR /><BR />Entsprechend schreibt das ASTAT: „Bei allen Rentenarten bestehen deutliche Unterschiede zwischen den von Frauen und Männern bezogenen medianen und durchschnittlichen Beträgen.“ Im Jahr 2024 betrug der Medianbetrag der Altersrenten für Männer 24.954 Euro, während der Medianbetrag für Frauen etwa halb so hoch war (12.858 Euro). Der Medianbetrag der Invalidenrenten war ebenfalls bei den Männern deutlich höher: 15.293 Euro pro Rente für die Rentenempfänger und 9.995 Euro für die Rentenempfängerinnen. Lediglich bei Vorruhestandsgeldern und Hinterbliebenenrenten (Rentenleistungen mit niedrigen Auszahlungsbeträgen und wenigen Leistungsempfängern) lag der Frauenanteil über dem der Männer. Insgesamt führt dies zu einem Rentengefälle für 2024 für Frauen von durchschnittlich 28,9 Prozent (medianer Unterschied: 32,5 Prozent). <BR /><BR />Insgesamt gab es laut Astat im Jahr 2024 in Südtirol 135.793 Rentenempfänger mit einem durchschnittlichen Jahresbetrag <BR />von 24.509 Euro. Das entspricht einem Viertel (25,2 Prozent) der Gesamtbevölkerung. Auf gesamtstaatlicher Ebene lag der Wert im Jahr 2024 mit 27,5 Prozent etwas höher. Zwischen 2015 und 2024 ist laut Astat die Zahl der Rentenbezieher in Südtirol um 7.502 Personen gestiegen, jene der Rentenbezieherinnen nur um 2.596 Personen. Der Betrag des durchschnittlichen Rentenjahreseinkommens je Rentenempfänger/in fällt dabei in den verschiedenen Südtiroler Bezirken unterschiedlich hoch aus. Am meisten Rente beziehen – im Durchschnitt – die Bozner: 27.777 Euro. Am niedrigsten war das durchschnittliche Renteneinkommen im Vinschgau: 21.157 Euro.