Donnerstag, 17. Dezember 2020

Nach 108 Tagen Gefangenschaft in Libyen: Italienische Seeleute wieder frei

Die seit Anfang September in Libyen festgehaltenen sizilianischen Fischer sind frei gekommen. Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte und Außenminister Luigi Di Maio trafen am Donnerstag im libyschen Benghazi ein, um die 18 Seeleute in die Heimat zurückzubegleiten, wie italienische Medien berichteten. Seit 108 Tagen waren die Fischer in libyscher Gefangenschaft.

Die freigelassenen Seeleute am Donnerstagmorgen.
Die freigelassenen Seeleute am Donnerstagmorgen. - Foto: © ANSA / ANSA
Die Seeleute aus der sizilianischen Küstenstadt Mazara del Vallo waren Anfang September mit 2 Fischerbooten in Gewässern nördlich der Stadt Benghazi unterwegs, die von Libyen beansprucht werden, als sie festgenommen wurden. An Bord der Boote befanden sich 18 Besatzungsmitglieder – acht Italiener, sechs Tunesier, zwei Senegalesen und zwei Indonesier. Sie wurden nahe Benghazi interniert.

Laut italienischen Medien wollte General Khalifa Haftar damit die Freilassung von vier libyschen Schleppern erzwingen, die im Zusammenhang mit dem Tod von 49 Migranten in Italien zu hohen Haftstrafen verurteilt worden waren.




Offiziell begründet die Rebellenführung Haftars die Inhaftierung der Fischer damit, sie hätten das Seerecht verletzt. Italien bemühte sich seitdem um eine Befreiung. Sowohl der Papst als auch die EU-Kommission hatten die Freilassung der Fischer gefordert.

„Für uns alle ist dies ein großer Tag. Die Freilassung unserer Mitbürger ist ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk“, so der Bürgermeister von Mazara del Vallo, Salvatore Quinci. Familienangehörige der Fischer versammelten sich vor dem Rathaus der Stadt.

apa/ansa/stol