Mittwoch, 23. September 2020

Nach Amtseinführung Lukaschenkos: Proteste und brutale Festnahmen

Nach der Amtseinführung des umstrittenen Staatschefs Alexander Lukaschenko in Belarus (Weißrussland) sind zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen.

Nach der Amtseinführung von Lukaschenko sind erneut zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen.
Nach der Amtseinführung von Lukaschenko sind erneut zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen. - Foto: © APA/afp / -
Auf Videos war zu sehen, wie die Sicherheitskräfte sich am Mittwoch nach der Vereidigung Lukaschenkos auf den Straßen positionierten und die Menschen zurückdrängten und die Gruppen auseinandertrieben.


Im Zentrum der Hauptstadt Minsk kam es zahlreichen Festnahmen, die Einsatzkräfte gingen brutal vor. Details waren zunächst nicht bekannt. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Berichten zufolge verwendeten sie zudem Tränengas. Es gab auch Verletzte.

Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach am frühen Mittwochabend von Festnahmen in Minsk, Brest, Gomel und anderen Städten im ganzen Land.

Die Menschen schwenkten die historischen weiß-roten Landesfahnen und skandierten „Hau ab“. Autos reihten sich auf den zentralen Straßen und hupten aus Solidarität. Viele Demonstranten blockierten die Straßen.

Lukaschenko war zuvor mehr als 6 Wochen nach der umstrittenen Wahl unter Ausschluss der Öffentlichkeit vereidigt worden. Die Wahl wird wegen massiver Fälschungsvorwürfe von keinem EU-Staat anerkannt.

Nach dem offiziellen Ergebnis soll der 66-jährige Staatschef der Ex-Sowjetrepublik mit 80,1 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden sein. Die Opposition sieht Swetlana Tichanowskaja als Siegerin der Abstimmung an.

dpa