von Franz Niedermaier <BR /><BR />Ähnliches droht auch in Deutschland. Der enorme Ausbau von Wind- und Solaranlagen hat das Netz sehr fehleranfällig gemacht. Die Eingriffe, um die Frequenz in den Netzen stabil zu halten und Überlastungen zu vermeiden, haben sich in den letzten Jahren vervielfacht. Diese Redispatchmaßnahmen genannten Eingriffe kosteten in Deutschland 2011 noch 42 Millionen Euro, 2023 dagegen schon mehr als drei Milliarden Euro. <BR /><BR />Mit jedem neuen Solardach wird Strom also unsicherer und teurer. Die Stromspitzen mittags im Sommer können die Deutschen nur noch in den Griff kriegen, wenn sie ihren Nachbarländern dafür viel Geld bezahlen. In Österreich wird damit Wasser den Berg hinauf gepumpt - nicht um ein Pumpkraftwerk zu betreiben, sondern einfach um Strom zu verbrauchen. Das Geschäft lohnt sich. Über 20 Milliarden Euro kostet uns der Strommüll im Jahr. Und weil die zeitgeistaffine Ursula von der Leyen und ihr sozialdemokratischer Energiekommissar Dan Jørgensen - sie Medizinerin, er Politikwissenschaftler - beide einem ideologiegetriebenen „Green Deal“ huldigen, sind auch die anderen Länder in der EU auf dem Irrweg zu glauben, dass mit Wind und Sonne allein eine Industriegesellschaft funktionieren könne. <BR /><BR />Darüber hinaus besteht auch im Winter eine große Gefahr, die so genannte Dunkelflaute, also wenn kaum Sonne den Nebel durchdringt und Windstille herrscht. Bislang hat uns hier der verteufelte Atomstrom aus Frankreich gerettet, den wir dann ebenfalls sehr teuer bezahlen müssen. Alles in allem also ein Gemisch, das wirtschafts- und energiepolitisch selbstmörderisch wirkt. <BR /><BR />Diese Zusammenhänge nimmt man zwar in mehr und mehr Ländern wahr, aber in Deutschland verkaufen „Klimaschützer“ noch immer ihre Seelen der Wind- und Solarlobby und sehen sich als Vorbild für den Planeten. Doch wie das mit der Wahrheit so ist: Ein Konstrukt muss funktionieren, um sich durchzusetzen, und gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Die Realität spricht gegen das Märchen von Wind und Sonne, die keine Rechnung schicken: Weil sie Flatterstrom produzieren und diesen auch nur sehr unzuverlässig, muss alles mit einem Sicherheitsnetz ausgestattet sein. Wir leisten uns also zeitgleich zwei Stromerzeugerstrukturen, und das kostet. <BR /><BR />Hinzu kommt, dass am Ende des Lieds nicht einmal das rausspringt, für was angeblich gekämpft wird: Eine CO2-arme Umwelt. Trotz der vielen hundert Milliarden Euro, die im Zuge der „Klimawende“ schon verpulvert wurden, ist der noch amtierende „Klimaminister“ Robert Habeck nicht selten CO2-Weltmeister, weil Sonne und Wind nichts liefern und deshalb die noch laufenden Braunkohlekraftwerke unter Volldampf laufen. <BR /><BR />Die jüngsten Zahlen belegen das: Trotz einer Rekordkapazität an Wind- und Solaranlagen wurde damit von Januar bis März dieses Jahres weniger Strom erzeugt als zur gleichen Zeit im Jahr davor. Der Ökostrom-Anteil sank damit von 56 Prozent auf 47 Prozent, während der CO2-intensive Strom aus Kohle und Gas enorm zunahm, ebenso der importierte Atomstrom aus Frankreich.<BR /><BR />Ein kleiner Lichtblick bleibt: Kommende Woche soll Katharina Reiche von der CDU das Haus des Rezessionsministers übernehmen. Mit der ehemaligen Energiemanagerin könnte wieder ein Stück Realismus in Berlin einkehren. Wünschen wir ihr das Durchsetzungsvermögen und die Beharrlichkeit, sich gegen die steuerfinanzierte Lobby der Windkraft- und Solarbarone zu behaupten.