Donnerstag, 21. März 2019

Nach Brandattacke auf Bus nahe Mailand: Junge als Held gefeiert

Italien feiert einen jungen Helden nach der Brandattacke auf einen Schulbus voller Kinder. Ramy Shehata habe sein Handy vor dem Attentäter versteckt und so die Polizei alarmieren können, erklärte Vize-Premier Luigi Di Maio am Donnerstag auf Facebook. Deshalb will er sich dafür einsetzen, dass der Junge mit ägyptischen Wurzeln nach jahrelangem Warten die italienische Staatsbürgerschaft bekomme.

Ramy wird nun als Held gefeiert und erhält große Anerkennung. - Foto. Ansa
Ramy wird nun als Held gefeiert und erhält große Anerkennung. - Foto. Ansa

Ein Mann mit italienischer Staatsbürgerschaft und senegalesischen Wurzeln hatte am Mittwoch bei Mailand einen Schulbus mit etwa 50 Kindern in seine Gewalt gebracht und ihn anschließend angezündet. Die Schüler waren von einem Sportausflug in Begleitung von drei Erwachsenen zurückgekehrt, als der Fahrer plötzlich die Route änderte und verkündete, dass sie seine Geiseln seien. Er habe gerufen „Niemand kommt hier lebend raus!“ und ihnen mit zwei vollen Benzinkanistern sowie einem Feuerzeug gedroht, berichteten die Schüler.

Er habe ihnen die Handys abgenommen und sie mit einem Stromkabel gefesselt. Ramy hingegen gelang es sein Handy vor dem Attentäter zu verstecken und seine Eltern anzurufen, die ihrerseits die Polizei verständigten. Der Junge tat so, als würde er laut gen Mekka beten. Stattdessen waren seine Worte ein Hilferuf an seinen Eltern. Nachdem die Polizei die Fenster des Busses eingeschlagen hatte, konnten sich alle Kinder rechtzeitig retten.

Attentäter konnte den Tod afrikanischer Migranten im Mittelmeer nicht mehr ertragen

Der Mann hatte angegeben, dass er den Tod afrikanischer Migranten im Mittelmeer nicht mehr ertragen könne. Italiens populistische Regierung fährt seit Amtsbeginn einen rigorosen Kurs gegen Bootsflüchtlinge und die illegale Einwanderung.

Der Vater Ramys sagte italienischen Medien, dass sein Sohn 2005 in Italien geboren sei, die Familie aber immer noch auf die Dokumente für die Staatsbürgerschaft warte. Ramy „hat sein eigenes Leben riskiert, um das seiner Klassenkameraden zu retten“, erklärte Di Maio. Die Regierung sollte daher der Bitte des Vaters nachkommen.

Im Gegenzug will die Regierung dem Täter die italienische Staatsbürgerschaft entziehen. Gegen ihn wird auch wegen eines möglichen Terrormotivs ermittelt. Allerdings hatte er laut Mailänder Staatsanwaltschaft keinen Kontakt mit dem Islamischen Staat oder anderen islamistischen Terrorgruppen.

dpa/stol

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