Nach der viel beachteten Protestaktion am Brenner, <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/video-menschenflut-an-der-grenze-brenner-demo-hat-begonnen" target="_blank" class="external-link-new-window" title=""> bei der am vergangenen Samstag die Autobahn für mehrere Stunden blockiert wurde, </a>kritisieren die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer (Grüne) die Haltung des Südtiroler Landeshauptmanns scharf. Sein Festhalten an einer „Vorverurteilung“ der Kundgebung und sein Fernbleiben seien ein „großer politischer Fehler und eine Offenbarung“.<BR /><BR /> „Wir haben Tausende von Menschen gesehen, die sehr friedlich und in bester Absicht, quer über alle politischen Lager hinweg, demonstriert haben“, so Foppa und Rohrer. Ziel sei es gewesen, die Welt auf die völlig entglittene Verkehrslage entlang der Brennerachse aufmerksam zu machen.<BR /><BR />Laut den Grünen sei das ablehnende Verhalten Kompatschers ein zentrales Gesprächsthema unter den Demonstranten gewesen. „Die Enttäuschung und der Zorn über Kompatscher waren enorm“, erklären die Politikerinnen.<BR /><BR />Der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle war zwar laut nur „als Privatperson“ am Brenner anwesend, erntete dafür aber auch von den Südtiroler Teilnehmern anhaltenden Applaus. Mattle habe damit bewiesen, dass Verständnis und Solidarität „zumindest im Bundesland Tirol“ noch politische Kategorien seien.<BR /><BR />Dass Kompatscher seine Entscheidung, nicht an der Brennersperre teilzunehmen, auch im Nachhinein verteidigt, ist für die Grünen das Eingeständnis eines politischen Kurswechsels. Das Festhalten an dieser Position besiegle definitiv die Abkehr von Kompatschers eigener Klimapolitik.<BR /><BR />„Sein eigener Klimaplan sah doch vor, dass sich der Schwerverkehr jährlich um 7 Prozent verringern sollte. Indessen steigt er jährlich weiter an“, erinnern Foppa und Rohrer. Auf Kompatschers Argument, er habe nicht „mit einem Täfelchen am Brenner stehen“ wollen, entgegnen die Landtagsabgeordneten abschließend: „Er hätte es doch tun sollen. Es hätte ein Schild gereicht, auf dem steht: Ihr habt recht.“