Mittwoch, 06. Mai 2020

„Posttraumatische Folgen von Corona“: Antrag abgelehnt, weil...

Der Beschlussantrag der Grünen „Posttraumatische Folgen von Corona“, eingebracht von den Abgeordneten Brigitta Foppa, Dello Sbarba und Staffler wurde am Mittwoch im Landtag mit 14 Ja und 18 Nein abgelehnt. Landesrat Thomas Widmann (SVP) erklärte dies damit, dass das Notfallnetzwerk “psychische Hilfe-Covid-19“, das eine Reihe von Diensten bündle, bereits aktiv sei. Dieses werde stark in Anspruch genommen und werde noch mehr bekannt gemacht werden. Es sei also bereits einiges im Laufen, das sich mit dem Antrag decke.

Viele leiden an der derzeitigen Situation und auch posttraumatische Folgen sind zu erwarten. Landesrat Thomas Widmann betonte, dass das Notfallnetzwerk “psychische Hilfe-Covid-19“, das eine Reihe von Diensten bündle, bereits aktiv sei.
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Viele leiden an der derzeitigen Situation und auch posttraumatische Folgen sind zu erwarten. Landesrat Thomas Widmann betonte, dass das Notfallnetzwerk “psychische Hilfe-Covid-19“, das eine Reihe von Diensten bündle, bereits aktiv sei. - Foto: © shutterstock
Es ging den Grünen darum die Dienste der mentalen und psychischen Gesundheit vorbereitend auszubauen und verstärkt flächendeckend auf dem Territorium anzubieten, auch um mehr Menschen zu erreichen und die Wartezeiten zu verringern.

„Einmal betrifft das Trauma all jene, die direkt mit der Krankheit zu tun haben: Erkrankte, Familienangehörige, insbesondere von Gestorbenen, sanitäres und pflegendes Personal und Freiwillige “, erklärte Brigitte Foppa (Grüne). „Sie alle machen in diesen Wochen Erfahrungen, die an die Grenze des Zumutbaren gehen oder diese Grenze überschreiten, und dies oft auch dauerhaft. Eine Traumatisierung erleben zweitens Menschen aufgrund der andauernden sozialen und räumlichen Isolierung, unmittelbare Folge des notwendigen Lockdowns.

Landesrat Thomas Widmann bestätigte die Analyse zu den psychischen Folgen. Es sei noch während des Notstands ein Netzwerk der psychologischen Hilfen entstanden. Es gebe Anlaufstellen im Sanitätsbetrieb und im Zivilschutz, auch entsprechende Kurse für das Personal. Das Notfallnetzwerk “psychische Hilfe-Covid-19“, das eine Reihe von Diensten bündle, sei bereits aktiv, werde stark in Anspruch genommen und werde noch mehr bekannt gemacht werden. Es sei also bereits einiges im Laufen, das sich mit dem Antrag decke. Die Webseite www.dubistnichtallein.it wurde in Rekordtempo realisiert und bietet neben zahlreichen Tipps sämtliche Kontaktinfos.

Franz Ploner (Team K) sah das Problem als Kollateralschaden der Krise. Die Kinderarmut werde zunehmen, das soziale Gefüge werde aus dem Gleichgewicht kommen, vor allem bei Alleinerziehern. Die Eltern seien gereizt, alte Menschen würden allein gelassen. Das Bedürfnis nach Nähe und Zuwendung sei das gleiche geblieben. Ein niederschwelliger Zugang im ambulanten Bereich wäre wesentlich, um die Folgen zu mindern, daher werde man dem Antrag zustimmen.

Sven Knoll kündigte die Zustimmung der Süd-Tiroler Freiheit an. Auch er sei von Menschen in Notlagen kontaktiert worden.





stol