Es gehe um Politik für alle, aber auch um italienische Kandidaten auf SVP-Listen und Zusammenarbeit mit italienischen Bürgerlisten bei der Gemeindewahl 2025, sagt Seppi. „Es ist Zeit, neue Wege zu gehen“, meint Gemeinden-Chef Andreas Schatzer. <BR /><BR />Dass sich die SVP um italienische Stimmen bemüht, ist nicht neu. Ein Landtagsmandat verdankt sie Italienern. Vor Wahlen wendet sich das Edelweiß regelmäßig an sie – auch mit Zeitschriften wie 2009 „Parliamoci“. <BR /><BR />Versuche, einen Schritt weiter zu gehen, sind aber gescheitert. 1999 gab es eine hitzige Debatte um eine Statutenänderung, die italienische Parteimitgliedschaften ermöglichen sollte. 2008 entzweite eine etwaige SVP-Landtagskandidatur von Elena Artioli die Geister. Auf Gemeindeebene werden italienische Kandidaten toleriert – allerdings oft mit den Hinweis, dass die Betroffenen „im falschen Verein spielen“. Aufgrund des Proporzes benötige man für Positionen Deutsche. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1039302_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Leifers zeigt, dass es auch anders geht. Giovanni Seppi hat mit seiner „Politik für alle“ die Italiener erobert. „2500 meiner 4400 Stimmen kamen von Italienern“, so Seppi. Auf der SVP-Liste kandidierte mit Walter Landi ein Angehöriger der italienischen Sprachgruppe. Mit 246 Stimmen ist er der meistgewählte Italiener für den Gemeinderat – und wird als Stadtrat gehandelt. Der deutschen Volksgruppe stehen im Ausschuss 2 von 6 Positionen zu, die natürlich die SVP besetzt. Mit dem Italiener Landi kann sie auf 3 Posten aufstocken – und damit nicht mehr überstimmt werden. <h3> „Möglichkeit für Italiener“</h3>Geht es nach Giovanni Seppi, so sollte das Modell Leifers in der SVP Schule machen. „Ich bin weder Vorreiter noch der Aufreißer, doch sollte sich die SVP für die Italiener öffnen.“ Seriöse Politik für alle Bürger komme auch bei Italienern an. Die SVP sollte 2025 italienische Kandidaten auf die Liste holen und/oder Absprachen mit italienischen Bürgerlisten treffen. „5 bis 6 italienische Parteien und am Ende kriegen sie keinen Gewählten in den Rat hinein. Das wäre eine Möglichkeit für die Italiener, einen Vertreter im Rat und Ausschuss zu haben“, sagt Seppi. Funktionieren könnte das im Unterland, in den Städten, aber auch in peripheren Gemeinden, wo die Italiener aus eigener Kraft keine Vertretung im Rat schaffen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-65174514_quote" /><BR /><BR />„Wir müssen bereit sein, neue Wege zu beschreiten“, sagt Gemeindenverbands-Chef Schatzer. Ob Italiener Lust haben, auf SVP-Listen anzutreten, hänge von den Gegebenheiten vor Ort ab. In den Gemeinden werde aber für alle Bürger gearbeitet. „Deshalb sage ich zu Seppis Vorstoß: Warum nicht?“<BR /><BR />SVP-Obmann Dieter Steger rüstet derzeit mit einer Tour durch alle Gemeinden für die Wahl 2025 (siehe eigener Bericht). Die SVP bleibe die Partei der Deutschen und Ladiner. „Wir haben aber die Verantwortung für das ganze Land. Diese Verantwortung spüren wir für alle Bürger und wir müssen den Italienern zeigen, dass wir auch für sie da sind“, sagt Steger. <BR /><BR />Die SVP eröffne keine italienische Sektion. Sollten italienische Kandidaten aber Programm und Werte mittragen, so werde es „Situationen wie Leifers weiter geben.“