Zwar wäre einfacher, die 2000 Euro pro Person zu zahlen, die Berufung sei aber notwendig, um zukünftig das demokratische Recht der Meinungsfreiheit zu wahren, argumentierten die beiden Landtagsabgeordnete Eva Klotz und Sven Knoll. Es bestehe der Verdacht, dass es in dieser Angelegenheit wohl hauptsächlich darum gehe, „tirolpatriotische Kreise“ mundtot zu machen. Die „Schmähung der Fahne“ werde hauptsächlich in Südtirol geahndet. Das Besen-Plakat sei auch von Anhängern der Lega-Nord in Norditalien inhaltlich völlig übernommen worden, ohne dass dies von der Justiz weiter beachtet worden sei. Verwiesen wurde auch auf eine Buch-Publikation, auf deren Deckblatt der Umriss des italienischen Staates – in den Farben der Trikolore – in einem dreckigen Mülleimer landet.Entrüstet zeigte sich die Südtiroler Freiheit auch darüber, dass die Justiz den Medien die Liste der verurteilten Mitglieder des Hauptausschusses mitgeteilt habe, ohne die Betroffenen vorab über die Verurteilung zu informieren. Von den sieben verurteilten Mitgliedern des Hauptausschusses habe bisher nur einer eine Mitteilung erhalten. Alle anderen wüssten davon nur aus den Medien, obwohl die Verurteilung angeblich bereits im Juli erfolgt sei.Im vergangenen Oktober waren rund 800 Plakate wegen „Schmähung der italienischen Fahne“ beschlagnahmt worden. Sie waren zum 90. Jahrestag der Annexion Südtirols durch Italien gedruckt worden. Abgebildet war auf den Plakaten ein Besen, der die italienische Fahne vor sich her schiebt und eine weiß-rote Tiroler Spur nach sich zieht. apa