Donnerstag, 06. Juni 2019

Nach Gewalt gegen Demonstranten im Sudan nun rund 100 Tote

Nach dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte im Sudan gegen Demonstranten ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf rund 100 gestiegen. Das teilte eine Ärzteorganisation am Mittwoch mit.

Die Lage im Sudan bleibt angespannt. Angespannte Lage im Sudan Foto: APA (AFP)
Die Lage im Sudan bleibt angespannt. Angespannte Lage im Sudan Foto: APA (AFP)

Zuvor war die Rede von 60 Toten gewesen. Inzwischen seien etwa 40 weitere Leichen im Nil entdeckt worden. Zudem seien mehr als 300 Menschen verletzt worden.

Die Militärführung im Sudan, die zunächst alle Verhandlungen über eine zivile Übergangsregierung aufgekündigt und alle Zugeständnisse zurückgenommen hatte, erklärte sich nach internationalem Druck doch bereit, ihre Gespräche mit der Opposition fortzusetzen.

Am Mittwoch sagte der Sprecher des Militärrats, Abdel Fattah Burhan, der militärische Übergangsrat sei ohne Vorbedingungen zu Verhandlungen mit anderen Gruppen bereit. Man tue dies im Interesse des Landes und wolle vermeiden, dass der Sudan im Chaos versinke.

Doch die sudanesische Opposition winkte ab. „Wir sehen keinen Weg zurück zu Verhandlungen” mit dem militärischen Übergangsrat, sagte Madani Abbas Madani, Sprecher einer oppositionellen Dachorganisation. Allerdings hat in den vergangenen Tagen der internationale Druck auf beide Seiten zugenommen, an den Verhandlungstisch zurückkehren.

So verurteilten die Regierungen der USA, Norwegens und Großbritanniens in einer gemeinsamen Erklärung das Verhalten der sudanesischen Militärführung. Sie verlangten zudem, dass alle mit der Opposition getroffenen Vereinbarungen, insbesondere zur Bildung einer zivilen Übergangsregierung, eingehalten werden sollen.

Der Sudan im Nordosten Afrikas mit 41 Millionen Einwohnern gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt und steckt in einer schweren Wirtschaftskrise, was der größte Auslöser der Massenproteste war.

apa/dpa

stol