<b>STOL: Herr Pillon, das Verwaltungsgericht hat die Klage zum freien Seezugang als unzulässig abgewiesen – unter anderem wegen mangelnder Klagelegitimation. Erleichtert?</b><BR />Christoph Pillon: Es ist eine Genugtuung, und ehrlich gesagt freut es mich sehr, dass das Urteil so klar ausgefallen ist. Positiv überrascht bin ich, dass das Urteil so schnell gefällt wurde. Aus Sicht der Gemeinde Kaltern war der Rekurs von Beginn an nicht nachvollziehbar. Das Gericht hat uns recht gegeben, den Rekurs zurückgewiesen und den Rekurswerber dazu verurteilt, dem Land Südtirol sowie der Gemeinde Kaltern die Prozesskosten zu erstatten.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73074438_quote" /><BR /><BR /><b>STOL: Walther Andreaus hat bereits angekündigt, in Berufung vor den Staatsrat in Rom ziehen zu wollen. Befürchten Sie, dass es dort gegen Land und Gemeinde ausgehen könnte?</b><BR />Pillon: Jeder Bürger und jede Organisation hat das Recht, vor Gericht etwas einzufordern. Wenn Andreaus nun vor den Staatsrat ziehen will, nehmen wir das zur Kenntnis. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass das Urteil des Verwaltungsgerichts Bozen sehr klar und eindeutig ist. Wie groß die Erfolgsaussichten vor dem Staatsrat sind, wird man sehen.<BR /><BR /><b>STOL: War es das nun mit einem anderen Standort für einen freien Seezugang am Kalterer See?</b><BR />Pillon: Unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens stehen wir weiterhin für einen verantwortungsvollen und rechtlich fundierten Umgang mit dem Kalterer See als sensiblem Natur- und Erholungsraum. Etwaige weitere Schritte erfolgen – wie bisher – in enger Abstimmung mit dem Land Südtirol und unter Berücksichtigung der rechtlichen, funktionalen, ökologischen und raumordnungstechnischen Rahmenbedingungen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73074439_quote" /><BR /><BR /><b>STOL: Das heißt?</b><BR />Pillon: Zunächst werden wir dieses Urteil bewerten. Es ist ein wichtiges und bedeutendes Urteil, da in der Klage auch die Stege betroffen gewesen wären, die im Eigentum der Gemeinde Kaltern stehen. Was den freien Seezugang betrifft, konnte mir bis heute niemand eine funktionale Lösung präsentieren. Die bestehende kleine Lösung an der Nordwestseite des Sees haben wir, aber mehr ist im Moment nicht möglich.<BR /><BR /><b>STOL: Ein anderer freier Seezugang ist also kein Thema mehr?</b><BR />Pillon: Das kann ich derzeit nicht ausschließen, aber der See gehört dem Land. Das Land hat bereits einige mögliche Standorte geprüft und ist weiterhin dabei, mögliche Standorte zu prüfen. Als Gemeinde mischen wir uns hier nicht ein, möchten jedoch über jeder neuen Entwicklung informiert sein und, wo möglich, mitreden, da jede neue Entwicklung auch Folgen für Kaltern hat.