<b>von Micaela Taroni</b><BR /><BR /> Die Kugelfragmente hatten den Bruch einer kleinen Muskelarterie verursacht, der zu einem posttraumatischen Hämatom geführt hatte. Nach Entfernung der Metallteile wurden Blutstillung und Geweberekonstruktion durchgeführt. Anschließend wurde die Patientin in den Krankenhausabteilungen Nephrologie und Dialyse betreut. Nach ihrer Entlassung kehrte sie ins Seniorenheim zurück, sie muss aber jede Woche im Krankenhaus einer Hämodialyse unterzogen werden, erklärten die behandelnden Ärzte.<BR /><BR />Als 18-Jährige hatte Lina Martelli mit ihrer ganzen Familie einen Bombenangriff überlebt. Ein Flieger wollte damals wohl einen Lastwagen treffen, verfehlte aber das Ziel. Vom Flugzeug wurden daraufhin Schüsse aus einem Maschinengewehr abgefeuert. Lina Martelli, ihre Eltern, Großeltern und 4 Geschwister, die sich in der Nähe des Fahrzeugs aufhielten, wurden verwundet. Unter ihren Angehörigen wurde Lina Martelli am schwersten verletzt. „Ich wurde ins Spital eingeliefert. Die Ärzte versuchten damals, die Kugeln aus meinem rechten Bein zu entfernen, aber es gelang ihnen nicht. Sie beschlossen daraufhin, sie dort zu belassen. In all den Jahren haben sie mich nicht gestört, erst kürzlich habe ich gespürt, dass sich die Fragmente in meinem Bein bewegten. Die Ärzte sagten mir, dass sie gefährlich werden könnten und dass ich operiert werden müsse. Und so geschah es dann auch“, berichtete die Frau.<BR /><BR />Am Ende des Krieges heiratete Lina Martelli und zog nach Rivalta sul Mincio: „Mein Mann Attilio ist nicht mehr unter uns. Heute wäre er über 100 Jahre alt. Wir hatten keine Kinder, aber ich habe viele Nichten und Neffen“, sagte Lina Martelli. Angehörige und Freunde haben sie bereits wieder im Seniorenheim „Green Park“ in Mantua besucht.<BR /><BR />Für Lina hat ein neues Leben ohne die Metallfragmente aus dem Zweiten Weltkrieg begonnen...