Demnach müssen Piloten die Betankung bereits am Abflugflughafen oder an einem vorherigen Zwischenstopp einplanen und ausreichend Treibstoff für die weiteren Flugstrecken mitführen. Der dritte Flughafen der Region Crotone ist weiterhin in Betrieb. Industrieverbände aus Kampanien und Apulien beklagten gestern Produktionsstillständen und erheblichen Folgen für Verbraucher und Wirtschaft. Wegen fehlender Lieferungen sei die Produktion vielerorts zum Erliegen gekommen. Die Schäden für Unternehmen und Verbraucher seien bereits erheblich und drohten untragbar zu werden. Auch die Versorgung mit wichtigen öffentlichen Dienstleistungen sei gefährdet.<BR /><BR />Die Proteste hatten in der vergangenen Woche begonnen. Lkw-Fahrer blockierten Straßen und sperrten Fahrspuren, insbesondere im Süden des Landes. Zuvor hatten bereits Landwirte und Fischer mit Streiks und Sitzblockaden gegen die gestiegenen Kosten protestiert. In zahlreichen Supermärkten blieben Regale leer. Auch die Treibstoffversorgung des Verkehrs ist beeinträchtigt.<h3> Fährverkehr im Golf von Neapel gefährdet</h3>Elf Verbände der Transportbranche forderten Innenminister Matteo Piantedosi auf, die Straßenblockaden zu beenden. Nachdem die Regierung den Dialog mit der Branche wieder aufgenommen und Hilfen zugesagt habe, sei eine weitere Lahmlegung des Landes nicht mehr zu rechtfertigen, erklärten sie. Die Regierung hatte zuletzt Finanzhilfen von 480 Millionen Euro für das Transportgewerbe in Aussicht gestellt.<BR /><BR />Während das sizilianische Transportkomitee CTS die angekündigte Aussetzung seiner Aktivitäten nach Gesprächen mit Verkehrsminister Matteo Salvini zurücknahm, wollen Lkw-Fahrer in Kalabrien und anderen Teilen Süditaliens ihre Proteste zunächst fortsetzen. Ein weiteres Treffen im Verkehrsministerium in Rom ist für den 27. Oktober geplant.<BR /><BR />Zunehmend gefährdet ist zudem der Fährverkehr im Golf von Neapel. Die Treibstoffreserven mehrerer Reedereien für Schiffe und Tragflügelboote gehen zur Neige. Betroffen sind Verbindungen zu den Inseln Ischia, Capri und Procida. Bereits am Mittwoch fielen einzelne Verbindungen von Capri aus. Weitere Ausfälle könnten sich ab Donnerstag auf andere Strecken ausweiten. Ein längerer Stillstand des Fährverkehrs hätte erhebliche Folgen für die Inselwirtschaft. Auf Ischia sind noch knapp 100 Beherbergungsbetriebe geöffnet, zudem halten sich zahlreiche ausländische Gäste auf der Insel auf. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln bereitet Sorgen, da die letzten Lieferungen auf die Inseln am vergangenen Wochenende eingetroffen waren.<BR /><BR />Vizepremier und Verkehrsminister Matteo Salvini kündigte an, dass die bereits den Frächtern zugesagten 430 Millionen Euro zur Abfederung der hohen Spritpreise noch in dieser Woche ausgezahlt werden sollen. Zudem stellte er weitere Mittel in Aussicht. Insgesamt stehen damit vorerst rund 480 Millionen Euro im Raum. Die Regierung versucht damit, eine weitere Eskalation der Proteste zu verhindern. Ob die angekündigten Zahlungen ausreichen, um die Proteste zu beenden und die Lieferketten zu stabilisieren, bleibt offen. Die hohen Lebenshaltungskosten sind in Italien seit Monaten ein zentrales politisches Thema.