Freitag, 21. August 2020

Nach Putsch in Mali: Europäer wollen Antiterror-Kampf fortsetzen

Ungeachtet des Militärputsches in Mali halten Deutschland, Frankreich und Großbritannien an ihrem Einsatz gegen den Terrorismus in dem westafrikanischen Land fest. Die 3 Verteidigungsminister Annegret Kramp-Karrenbauer, Florence Parly und Ben Wallace forderten die Putschisten auf, schnellstmöglich umzusetzen, was sie zugesagt hätten, „nämlich die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung“, so Kramp-Karrenbauer.

Aufständische Militärs hatten vergangenen Dienstag Präsident Ibrahim Boubacar Keïta zum Rücktritt gezwungen.
Aufständische Militärs hatten vergangenen Dienstag Präsident Ibrahim Boubacar Keïta zum Rücktritt gezwungen. - Foto: © APA/afp / ANNIE RISEMBERG
Aufständische Militärs hatten vergangenen Dienstag Präsident Ibrahim Boubacar Keïta zum Rücktritt gezwungen und die Bildung eines bis zur Abhaltung von Wahlen regierenden Übergangskomitees angekündigt ( STOL hat berichtet). Kaou Djim, ein Führungsmitglied der oppositionellen Bewegung M5-RFP, hatte ihm am Donnerstag Unterstützung zugesagt. In der Hauptstadt Bamako war zudem am Freitagabend eine Solidaritätskundgebung für das Gremium geplant. Am gleichen Tag hatte ein ranghoher UN-Vertreter den in der Garnisonsstadt Kati festgesetzten Keïta aufgesucht. Über den Inhalt der Gespräche wurde zunächst nichts bekanntgegeben.

Forderung nach Rückkehr zu Zivilregierung

Der britische Verteidigungsminister Wallace forderte bei dem Treffen in Dillingen die Rückkehr zu einer Zivilregierung in Mali. „Stabilität muss in diesem Teil der Welt wieder hergestellt werden“, sagte er. „Wir werden den Kampf gegen den Terrorismus fortsetzen, denn er ist noch längst nicht beendet“, sagte auch die französische Verteidigungsministerin Parly und betonte: „Es geht hier um eine Sicherheitsherausforderung für die Sahelzone, aber auch für ganz Europa.“ Die malischen Streitkräfte führten ihre Einsätze trotz des Putsches fort.

Terrorgruppen im instabilen Krisenstaat

Der instabile Krisenstaat wird seit Jahren von Terrorgruppen geplagt, von denen einige dem Islamischen Staat (IS) und dem Terrornetzwerk Al-Kaida die Treue geschworen haben. Frankreich unterstützt den Kampf gegen diese Organisationen mit dem Militärkampfeinsatz „Barkhane“, für den rund 5100 Soldaten in der Sahelzone im Einsatz sind. Zudem unterstützt eine UN-Mission den Friedensprozess in Mali, nachdem der Norden des Landes im Jahr 2012 vorübergehend in die Hände von Rebellengruppen geraten war, bevor Frankreich militärisch eingriff. Auch gibt es in Mali eine EU-Ausbildungsmission.

Wiederherstellung von Stabilität und Sicherheit

Ein Sprecher der Putschisten hatte versprochen, dass alle Abkommen mit nationalen und internationalen Partnern geachtet würden. Die UN-Mission Minusma, die französische Kampfmission „Barkhane“ und die G5-Sahel-Gruppe blieben „unsere Partner für die Stabilität und die Wiederherstellung der Sicherheit“. Die G5-Sahel ist ein Zusammenschluss von Mali, Mauretanien, Niger, Burkina Faso und dem Tschad zur Bekämpfung des Terrorismus in der Region.

apa/dpa