"Es ist dies nun aber die große Chance für Südtirol, die Ortsnamenfrage zu internationalisieren und endlich nach dem Prinzip der Wissenschaftlichkeit zu lösen", so Knoll.Das SVP-Ortsnamen-Gesetz sei unwissenschaftlich und voller Fehler. "International wäre Südtirol mit diesem Stümperwerk an die Wand gefahren und hätte keine Unterstützung erwarten können, da sich das SVP-Gesetz nicht nach internationalen Kriterien und den UN-Empfehlungen orientiert, sondern lediglich nach dem Starrsinn von Landeshauptmann Luis Durnwalder", kritisiert Knoll.Die Anfechtung durch die italienische Regierung demaskiere aber auch die falschen Behauptungen der SVP, die der Bevölkerung in der Ortsnamenfrage allzu oft Sand in die Augen gestreut habe. "Von den tollen Vereinbarungen, die die SVP angeblich mit Rom ausgehandelt hat, bleibt nun nichts übrig. International ist die Lösung von Ortnamenfragen ganz klar geregelt. Die UN empfiehlt Einnamigkeit und die Verwendung von historisch gewachsenen Ortsnamen. Erst vor wenigen Jahren hat man in Katalonien -nach mehr als 250 Jahren- alle erfundenen spanischen Ortsnamen wieder abgeschafft und dafür die katalanischen Namen wieder eingeführt. Niemand in Europa, auch nicht Spanien, hat dagegen etwas unternehmen können", so der Landtagsabgeordnete.Das zeige, dass eine zufriedenstellende Lösung der Ortsnamenfrage in Südtirol bisher weniger an Italien, als an der SVP gescheitert sei, die stets alle Entwürfe zur Abschaffung der faschistischen Ortsnamen niedergestimmt habe.