Ein Seiteneinsteiger, der etwas von seinem Metier versteht, sei perfekt für diese Aufgabe geeignet, hieß es. Jemand der nicht den heute oft anzutreffenden Karriereweg Kreissaal-Hörsaal-Plenarsaal ging.Doch Anfang dieser Woche passierte etwas, das die Welt des Landwirts auf den Kopf stellte. <b>von Franz Niedermaier</b><BR /><BR />Während Felßner in Berlin an den laufenden Koalitionsverhandlungen mitwirkte, stürmten rund ein Dutzend Chaoten seinen Bauernhof. Sie enthüllten mit allerhand Geschrei Banner gegen den Landwirt, einige besetzten sogar das Dach des neben dem Wohnhaus stehenden Stalles und terrorisierten Vieh und Familie mit brennenden Bengalo-Feuern. Gottseidank brach kein Brand aus, doch die Attacke veranlasste den Bauernpräsidenten zum Rückzug als Ministerkandidat. Er sei nicht bereit, eine solche Gefährdung für sich und seine Familie hinzunehmen.<BR /><BR />Das Geschehen markiert einen Höhepunkt in der Radikalisierung politischer Proteste in Deutschland. Der Einbruch auf Felßners Privatgelände stellt eine klare Grenzüberschreitung dar. Politischer Protest ist ein wichtiges demokratisches Recht, aber er muss innerhalb der Grenzen des Gesetzes bleiben. Die Einschüchterung von Politikern und ihren Familien in ihrem privaten Umfeld ist inakzeptabel und gefährdet den demokratischen Prozess.<BR /><BR />Die Aktion der Aktivisten hat nicht nur ihr unmittelbares Ziel erreicht - Felßners Rückzug als Ministerkandidat - sondern auch einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen. Sie sendet die Botschaft, dass radikale und potenziell gewalttätige Aktionen ein effektives Mittel sind, um politische Ziele zu erreichen. Dies könnte zu einer weiteren Eskalation und Radikalisierung von Protesten führen.<BR /><BR />Das Schlimme daran: Der Vorfall ist kein Einzelfall, sondern reiht sich ein in eine besorgniserregende Serie von Übergriffen woker „Aktivisten“, die man eigentlich Terroristen oder Straftäter nennen sollte. In den letzten Monaten häuften sich Berichte über Vandalismus an Elektroautos oder Ladestationen der Marke Tesla. Da zerkratzt man Lackierungen, zerstört Reifen oder setzt sogar Fahrzeuge in Brand - alles im Namen des Guten und sekundiert von nicht wenigen aus einem Milieu, das nur ihre Weltsicht gelten lässt. Sie geben sich als Antifaschisten, in Wahrheit agieren sie aber mit faschistischen Methoden. <BR /><BR />Es ist höchste Zeit, dass sich die Gesellschaft klar gegen solche Auswüchse positioniert. Politischer Diskurs und Meinungsäußerung müssen gewaltfrei und im Rahmen des Gesetzes stattfinden. Nur so kann eine offene, demokratische Debatte über wichtige Zukunftsfragen gewährleistet werden.