SVP-Senator Meinhard Durnwalder kündigt nun eine Aussprache in Rom an – bei der staatlichen Umweltbehörde ISPRA.<BR /><BR />Bei der Wolfsentnahme dreht sich alles um den guten Erhaltungszustand, erklärt Unterthiner. Die staatliche Umweltbehörde ISPRA legte Anfang des Jahres fest, wie viele Wölfe in Südtirol, Trentino und anderen Regionen erlegt werden können – und dabei spielte die Population eine entscheidende Rolle. Durch Südtirol streiften 2024 etwa 80 Wölfe – und auf Basis dieser Population wurde Südtirol die Entnahme von maximal zwei Wölfen zugestanden. Im Trentino sind hingegen 150 Wölfe unterwegs – dort könnten heuer bis zu fünf Wölfe erlegt werden, geschossen wurde bisher aber keiner. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1200693_image" /></div> <BR /><BR />Im September will SVP-Senator <b>Meinhard Durnwalder</b> nun zusammen mit Vertretern des Landes und des Bauernbundes bei der ISPRA vorstellig werden. Ziel ist es, dass die ISPRA künftig die vorgegebene Zahl der Wölfe, die in Südtirol abgeschossen werden können, erhöht. Dafür muss Südtirol aber seine Hausaufgaben machen: „Wir haben relativ wenig Meldungen von Wölfen – beim Monitoring werden wir uns verbessern müssen“, fordert Durnwalder. Im vergangenen Jahr seien Sichtungen und Risse in Südtirol nicht immer gemeldet worden. „Aber genau auf diesen Informationsfluss kommt es an“, betont Durnwalder. „Je mehr Meldungen und Schadensfälle, desto mehr Entnahmen können vorgenommen werden.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1200696_image" /></div> <BR /><BR />Abteilungschef <b>Günther Unterthiner</b> schlägt in die gleiche Kerbe: „Alles dreht sich um die Datenlage von der Präsenz des Wolfes. Wir appellieren, Daten übermittelt zu bekommen. Ohne diese Daten kann man den Erhaltungszustand nicht dokumentieren.“<BR /><BR />Das Land Südtirol könnte theoretisch auch nach dem zweiten Abschuss eines Wolfes – der erst noch erfolgen muss – heuer weitere Abschussverfügungen ausstellen. Allerdings hätte das Land dabei schlechte Karten. „Es ist unwahrscheinlich, dass wir dafür positive Gutachten der ISPRA oder der Wildbeobachtungsstelle des Landes bekommen würden“, meint Unterthiner. Und ohne positive Gutachten würde man bei Rekursen der Tierrechtsorganisationen vor dem Gericht wohl wieder Schiffbruch erleiden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1200699_image" /></div> <BR /><BR />Der Direktor des Jagdverbandes, <b>Benedikt Terzer</b>, weist darauf hin, dass die ISPRA bisher sehr restriktiv bei der Anzahl der zugelassenen Wolfsabschüsse vorgeht. In Frankreich könnten jährlich 19 Prozent des Bestandes entnommen werden – um etwa vier Mal mehr als in Italien. Die ISPRA hat für heuer in Italien nur maximal 160 Wolfsabschüsse zugelassen – bei einer Gesamtpopulation von etwa 3300 Wölfen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1200702_image" /></div> <BR /><BR /> Landesrat <b>Luis Walcher</b> verspricht: „Wir werden uns nach dem ersten Wolfsabschuss im Vinschgau nicht zurücklehnen.“ Senator Durnwalder ist zuversichtlich, dass die Zahl der Abschüsse in nächster Zeit erhöht werden kann – und geht davon aus, dass im Laufe der Jahre die Abschüsse des Wolfes routinemäßig getätigt werden können wie bei den Murmeltieren. <BR /><BR />Im Planeiltal geht die Jagd auf den zweiten Wolf unterdessen weiter: In der Nacht auf Donnerstag ist der zweite Schadwolf nicht aufgetaucht. Indes wird überprüft, ob der erlegte Wolf auch jener ist, der die Schafe im Planeiltal gerissen hat. Dazu wurde bei gerissenen Tieren an den Einbissstellen wie etwa am Hals, wo sich Speichelreste des Wolfes befinden, mit Tupfern ein Abstrich vorgenommen, aus dem nun im Edmund-Mach-Labor im Trentino ein DNA-Profil erstellt werden soll.