„The Times“ „Wenn Präsident Obama sagt, dass die Grenzen Israels von 1967 Ausgangspunkt für Friedensgespräche mit den Palästinensern sein sollten, äußert er vielleicht die übereinstimmende Meinung der internationalen Gemeinschaft. Doch er kann kaum so naiv sein zu glauben, dass Israel nach mehr als 40 Jahren die Verteidigungsfähigkeit seiner Grenzen gefährden würde. Die Umbrüche in der arabischen Welt machen für Israel seine Nachbarregion heutzutage noch gefährlicher. Wenn Obama seiner Nahost-Initiative neuen Schwung verleihen will, muss er zeigen, dass er fest zu der historischen und grundsätzlichen Freundschaft steht, jetzt, wo Israel sie braucht.“„Gazeta Wyborcza“ „Nachdem Israel erfahren hat, dass Obama für ein unabhängiges Palästina in den Grenzen von 1967 eintritt, sind seine Ängste durchaus begründet. Nicht nur deshalb, weil seine Grenzen in dieser Form nicht zu verteidigen sind. Das ist ein wichtiges Argument, doch weder das erste noch das letzte.Obamas Worte klingen neu für die Welt, weil die Welt ein kurzes Gedächtnis hat, nicht aber für Israel und Palästinenser sowie für andere Araber. In der Tat hat der US-Präsident nichts Neues vorgeschlagen. Er hat einfach begriffen, dass die bisherige amerikanische Politik im Nahen Osten und gegenüber den arabischen Diktatoren gescheitert ist. (...) Der Frieden ist dort heute schwieriger denn je zu erreichen. Auch deshalb, weil im Nahen Osten immer häufiger das Wort 'Krieg' auftaucht.“„Rzeczpospolita“ „Obamas Rede hat in Israel Empörung ausgelöst. Der US-Präsident, der im jüdischen Staat schon vorher keine gute Presse hatte, wurde (...) des 'Verrats' beschuldigt. Diese Stimmen sind schwer zu verstehen. Dass Palästina in den Grenzen von 1967 entstehen soll, ist selbstverständlich. Klar, dass nach 40 Jahren bestimmte Korrekturen erforderlich sein werden. (...) Kleine jüdische Siedlungen, die tief innerhalb des palästinensischen Gebietes liegen, werden evakuiert werden müssen. Das ist die einzige vernünftige Lösung des Konfliktes im Nahen Osten, einen solchen Plan hatte übrigens auch die frühere israelische Regierung gehabt.“„La Repubblica“ „Tatsache ist, dass Netanyahu und Obama sich nicht lieben. Und das Treffen am Freitag im Weißen Haus hat sie sicher nicht zu engeren Freunden gemacht. Dabei sind ihre 'Differenzen' nicht nur persönlicher Natur: Jerusalem und Washington träumen schlicht von zwei gegensätzlichen Welten. Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten und will dies auch bleiben. Die USA hingegen sind davon überzeugt, dass die Region heute endlich eine Form der Demokratie entwickeln kann – wie dies der arabische Frühling bestätige. Im Gegensatz zur Vergangenheit kann Israel heute jedoch nicht mehr damit rechnen, jedes zukünftige Match zu gewinnen. Um nichts zu verändern, riskiert der jüdische Staat so, alles zu verlieren.“ apa