Napolitano hat am Donnerstag in einer offiziellen Stellungnahme erklärt, dass die Parlamentswahlen am Ende der Legislaturperiode im April 2013 abgehalten werden.„Es ist besorgniserregend, dass Konflikte und politischer Streit unter den Kräften zunehmen, die die Regierung unterstützen“, so Napolitano am Donnerstag.Der Staatspräsident zeigt sich im Schreiben besorgt über die großen Spannungen in der Koalition; vor allem im PdL mehren sich die Stimmen, die sich für vorgezogene Wahlen im Herbst 2012 aussprechen.Die Koalition, die seit November die Regierung Monti unterstützt, zeigt immer öfter Risse. Die größten Parteien konnten sich am Donnerstag in der Abgeordnetenkammer nicht über einen gemeinsamen Antrag einigen, mit dem das Parlament Monti vor dem entscheidenden EU-Gipfeltreffen in Brüssel ihre Unterstützung ausdrücken wollte. Der Antrag wurde vom PD eingereicht. Der PdL weigerte sich, ihn zu unterzeichnen.Schon seit Tagen vertritt Berlusconis Partei stark regierungskritische Positionen, die Monti zu schaffen machen. Die Regierung in Rom habe noch keine klare Linie bezüglich des EU-Gipfeltreffens, hatte Berlusconi am Mittwoch kritisiert. „Absolute Unentschlossenheit“ herrsche im Kabinett, das bisher der EU keine konkreten Vorschläge zur Rettung des Euro und zur Wirtschaftsankurbelung unterbreitet habe, klagte Berlusconi. Monti erwiderte daraufhin, dass er zu hartnäckigen Verhandlungen bei dem EU-Gipfeltreffen bereit sei, um Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro durchzusetzen. In seinem Schreiben unterstreicht Napolitano, in der jetzigen schweren Krise für Italien und Europa sei es sehr wichtig, dass Regierungschef Mario Monti in Brüssel durch die breite Unterstützung des Parlaments gestärkt werde.Der Staatspräsident sei sehr besorgt darüber, dass die Einigung über eine grundlegende Reform der Republik, die vor wenigen Wochen in der zuständigen Kommission des Senats erreicht worden sei, nicht mehr bestehe, heißt es in der Stellungnahme.stol/apa