Die europäische Integration müsse und könne einen Sprung nach vorn machen. „Die Alternative zu einer solchen mutigen Weiterentwicklung wäre das ernste Risiko eines Niedergangs, der Bedeutungslosigkeit in der Welt von heute.“ Europa müsse sich daher nach dem Lissabon-Reformprozess in seiner historischen Rolle erneut zur Geltung bringen.Köhler war kurz zuvor zu einem 24-stündigen Staatsbesuch in Rom eingetroffen. „Deutschland hat in diesem Jahr allen Grund zur Dankbarkeit“, hob der Bundespräsident in einem Grußwort vor Beginn eines Konzerts der Augsburger Domsingknaben mit dem Münchner Residenzorchester zu Ehren von Papst Benedikt XVI. in der Sixtinischen Kapelle hervor. Köhler erinnerte an die vergangenen “60 Jahre geglückte Demokratie“ und an den friedlichen Mauerfall vor 20 Jahren und gedachte in diesem Zusammenhang des verstorbenen Papstes Johannes Paul II.„Uns eint der Wunsch und die Forderung, eine echte politische Weltautorität zu schaffen, damit alle Menschen unserer Erde ein gutes Leben haben können“, dankte der Bundespräsident dem katholischen Kirchenoberhaupt für dessen Einsatz für eine globale Solidarität. „Der Kampf gegen Armut und der Kampf gegen den Klimawandel sind ein gemeinsamer Kampf für Frieden und für eine lebenswerte Welt“. Benedikt hatte sich unter anderem in seiner im Juli veröffentlichten Sozialenzyklika „Caritas in veritate“ (Die Liebe in der Wahrheit), für eine über die Vereinten Nationen hinausgehende „echte politische Weltautorität“ eingesetzt.apa/dpa