Dienstag, 09. Juni 2015

Nationalpark: Bozen und Trient zahlen auch für Lombardei

Die seit Jahren angestrebte autonome Verwaltung des lokalen Teils des Nationalpark Stilfser Joch rückt näher. Am Dienstag hat die Landesregierung beschlossen, sich mit Trient die Parkkosten zu teilen. Die beiden Provinzen zahlen dabei auch für den lombardischen Teil.

Südtirol und das Trentino bezahlen für die eigenständige Verwaltung des Nationalpark Stilfser Joch auch für die Lombardei mit.
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Südtirol und das Trentino bezahlen für die eigenständige Verwaltung des Nationalpark Stilfser Joch auch für die Lombardei mit. - Foto: © D

Die eigenständige Verwaltung des Nationalparks Stilfser Joch ist eines der autonomiepolitischen Ziele des Landes, zumal 41 Prozent der rund 131.000 Hektar Parkfläche in Südtirol liegen. 

Nach der Unterzeichnung eines Abkommens im Umweltministerium im vergangenen Februar hat die Landesregierung am Dienstag weitere Voraussetzungen für die autonome Verwaltung des eigenen Flächenanteils geschaffen: Nach dem nun genehmigtem Einvernehmensprotokoll werden die Verwaltungskosten des Stilfser Joch Nationalparks von Südtirol und dem Trentino zu gleichen Teilen geschultert.

Auch Teil der Lombardei über Grenzgemeindenfonds finanzieren

"Wir werden dafür nicht neue Finanzmittel aufbringen müssen, sondern die Kosten über den Grenzgemeindenfonds begleichen", erklärte nach der Regierungssitzung Landeshauptmann und Finanzlandesrat Arno Kompatscher.

Mit dem Staat hatte man sich darauf geeinigt, dass Südtirol und das Trentino auch für den Anteil der Region Lombardei aufkommen.

Diese Kostenaufteilung wird auch bei Veränderungen beibehalten.

Ein langer Weg

Der Nationalpark Stilfser Joch war 1935 unter dem faschistischen Regime ausgewiesen und von 1935 bis 1995 für 60 Jahre von der ehemaligen staatlichen Forst- und Domänenverwaltung ASFD ("Azienda Statale Foreste Demaniali") verwaltet worden. 

Im Jahr 1993 wurden die Kollegialorgane des Konsortiums Nationalpark Stilfser Joch und dessen Funktionsweise neu geregelt.

Das Konsortium wurde im Herbst 1995 eingesetzt mit einem Hauptsitz in Bormio und Außenämter für die Südtiroler Parkfläche in Glurns, für den Trentiner Anteil in Cogolo di Peio und für den lombardischen Flächenanteil in Bormio.

Im Konsortium waren das Umweltministerium, die Region Lombardei sowie Südtirol und das Trentino vertreten.

Im Dezember 2013 wurde schließlich die Übertragung der staatlichen Befugnisse gesetzlich grundgelegt. Im vergangenen Februar erfolgte die notwendige Vereinbarung, mit der die Voraussetzungen für die Auflösung dieses Konsortiums geschaffen wurden.

Mit Gemeinden und Umweltorganisationen vor Ort

Mit der Lastenaufteilung unter den beiden Ländern Südtirol und Trentino wurde nun eine weitere Voraussetzung für eine eigenständige Verwaltung geschaffen.

"Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Gemeinden und Umweltorganisationen vor Ort eine eigene Entwicklungsstrategie für den Park zu entwickeln", so der Landeshauptmann, wozu nun noch einige weitere Schritte notwendig seien. 

stol

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